OpenUSD ohne Apple: Wer baut ein NoCode-Tool für Windows?

Reality Composer Pro Alternative – viSales

OpenUSD ist ein offenes Format. Jeder kann es nutzen, jeder kann darauf aufbauen. Genau das ist der Witz an Open Source: Nicht ein Anbieter entscheidet, was möglich ist, sondern die Community. Mittlerweile steht fast die gesamte Industrie dahinter: Microsoft, Google, Apple, NVIDIA Omniverse.

Nur bei einem Schritt hört die Offenheit bisher auf, dem Authoring. Wer mit einem NoCode-Tool Szenen für Apples Spatial-Plattform bauen will, kommt an Apples “Reality Composer Pro” kaum vorbei. Ein Tool, ein Ökosystem, ein Betriebssystem.

Nun gibt es eine OpenSource-Alternative: Deconstructed. Noch macOS only, aber der Ansatz ist offen. Einfach von jemand, der verstehen wollte, wie das Dateiformat funktioniert und dann angefangen hat, es nachzubauen.

→ Alle OpenUSD-Lösungen: OpenUSD-Tools & Dienste von viSales

Was ist Reality Composer Pro?

Reality Composer Pro ist Apples professionelles Entwicklerwerkzeug, um 3D-Szenen für visionOS und iOS zu bauen. Man importiert 3D-Modelle, ordnet sie im Raum an, verknüpft Animationen und exportiert das Ganze als USDZ-Datei, Apples AR-Format auf Basis von OpenUSD.

Das Exportformat ist offen und funktioniert auch -in der Idee- auf Android oder im Web, dort Nativ bisher nur mit dem Safari-Browser via Model-Tag.

Aber die Projektdatei davor, das .realitycomposerpro-Format, in dem die eigentliche Arbeit steckt, ist nicht dokumentiert und bisher an Apples eigene Xcode-Tools gebunden. Wer keine Apple-Hardware hat, schaut außen vor.

Das Tool erstellt keine 3D-Modelle. Das muss man woanders machen – mit Blender zum Beispiel, oder man lädt Dateien herunter. Weitere Wege zu 3D-Content hab ich hier schon mal beschrieben. Aber sobald die Geometrie da ist, braucht man einen Weg, sie in eine Szene zu bringen. Genau da setzt dieses Tool an.

Microsoft ist 2025 der Alliance for OpenUSD beigetreten. Google auch. Das Signal ist klar: OpenUSD und das Dateiformat USDZ wird (früher oder später) in allen 3D-Bereichen ein zentrales Datenformat werden.

Auf Windows gibt es mit NVIDIA Omniverse bereits ein mächtiges OpenUSD-Werkzeug, aber es richtet sich an Profis. Was fehlt, ist ein LowCode-/NoCode-Einstieg: etwas, das auch Nicht-Programmierer in die Lage versetzt, interaktive AR-Szenen zu bauen. Genau das leistet Deconstructed – bisher nur für macOS.

Vielleicht liest das gerade jemand, der sich dieser Aufgaben annehmen möchte?

 

 

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Realitätscheck

Der nächste logische Schritt wäre eigentlich, dass interaktive Apple-USDZ-Dateien 1:1 in NVIDIA Omniverse laufen – und umgekehrt.

Unser Tool USDbdridge kann einzelne Omniverse-Assets Cross-Plattform zwischen Omniverse und dem Apple-Ökosystem überführen. Aber interaktive Apple-Assets in Omniverse wirklich zum Laufen zu bringen – das geht bisher nicht.

Auch das wäre ein Markt.
Einer, auf den wir warten.

 

 

 

Entdeckt via Thomas Kumlehn, meinen Mitarbeiter, der in regelmäßigem Apple-Vision-Pro-Developer-Austausch mit Christian Diaz steht, dem Entwickler hinter Deconstructed.

Typische Fragen

Was ist Reality Composer Pro und warum ist es ein Problem, dass es nur auf macOS läuft?

Reality Composer Pro ist Apples Werkzeug, um interaktive 3D-Szenen für visionOS und iOS als USDZ zu erstellen — also den Authoring-Schritt vor dem fertigen AR-Erlebnis. Da es ausschließlich auf macOS läuft, sind Unternehmen und Entwickler auf Windows-Systemen vollständig ausgeschlossen. Für eine Technologie, die als offener Standard positioniert ist, ist das ein struktureller Widerspruch.

Was leistet das OpenSource-Tool "Deconstructed" konkret?

Deconstructed analysiert und rekonstruiert die Logik von Reality Composer Pro als Open-Source-Projekt. Es ist kein 3D-Modellierungswerkzeug, sondern setzt dort an, wo fertige Geometrie in eine räumliche Szene eingebettet werden muss. Damit macht es den Authoring-Schritt für USDZ-Szenen erstmals nachvollziehbar — aktuell noch ausschließlich auf macOS.

Welche Alternativen gibt es für Windows-Nutzer, die mit OpenUSD arbeiten wollen?

Auf Windows steht mit NVIDIA Omniverse ein mächtiges OpenUSD-Werkzeug zur Verfügung, das sich jedoch an Profis mit Entwicklungs-Know-how richtet. Ein zugängliches NoCode- oder LowCode-Tool für interaktive USDZ-Szenen auf Windows fehlt bisher. Microsoft und Google sind der AOUSD beigetreten — der Druck für plattformübergreifende Lösungen wächst.

Wie überführt viSales Omniverse-Assets plattformübergreifend?

Mit der USDbridge hat viSales einen eigenen Konvertierungsprozess entwickelt: Omniverse-Assets werden eingelesen — inklusive Texturen — und als kompaktes, AR-optimiertes USDZ ausgegeben. Damit lassen sich Omniverse-Inhalte auf iPhone, iPad oder Apple Vision Pro nativ nutzen, ohne Streaming und ohne proprietäre Shader.

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