Digitaler Zwilling als Vertriebstool: Vom Engineering-Asset zum Sales-Enablement
- Ein digitaler Zwilling als Vertriebstool nutzt bestehende CAD- und Simulationsdaten – aufbereitet, rechtlich abgesichert und direkt im Kundengespräch einsetzbar.
- Das Rechtemanagement entscheidet: Was geht in die Sales-USDZ (nach außen), was bleibt in der internen Master-Datei – kein Reverse Engineering möglich.
- Siemens DDX zeigte, wie es geht: AR-Maschine auf dem Kundentisch, Live-Daten im Dashboard daneben – verkürzte Erklärzeiten, keine PowerPoint dazwischen.
Digitale Zwillinge im Maschinenbau-Vertrieb sind heute kein Zukunftsthema mehr. Die meisten Unternehmen haben die Daten bereits — aber sie liegen in der falschen Abteilung.
Ein digitaler Zwilling für den Vertrieb ist kein Engineering-Projekt. Er ist ein Werkzeug, das Entscheidungen beschleunigt – wenn er richtig aufgebaut ist.
In der Industrie liegen die Daten meist schon vor: CAD-Modelle in SAP, Stücklisten, manchmal sogar Simulationsdaten aus dem Engineering. Das Problem ist nicht das Fehlen von 3D-Daten. Das Problem ist, dass diese Daten für den Vertrieb nicht zugänglich, nicht aufbereitet und oft nicht einmal sichtbar sind.
Was passiert, wenn man das ändert, hat Siemens DDX gezeigt.
Das Datenproblem im Industrievertrieb
CAD-Daten in SAP klingen nach strukturierter Datenhaltung. Häufig sind es Einzelteile ohne gemeinsamen Kontext, gespeichert für die Konstruktion, nicht für die Kommunikation. Wer diese Daten dem Vertrieb zugänglich machen will, steht vor drei Fragen:
- Was darf raus – was bleibt intern?
- Was braucht der Vertrieb wirklich – und was ist Engineering-Ballast?
- Wie wird aus Einzelteilen ein erlebbares Produkt?
Die Antwort auf alle drei Fragen ist kein IT-Projekt. Sie ist ein Konzeptprojekt, das an der Schnittstelle von Vertrieb, Konstruktion und visueller Kommunikation liegt.
Ihre Konstruktionsdaten liegen in SAP – und der Vertrieb kann damit nichts anfangen?
Wir schauen gemeinsam, welche Daten bereits vorhanden sind und was daraus für den Vertrieb werden kann.
Jetzt Einordnungsgespräch buchenVom Engineering-Asset zum Digital Twin für den Sales
Der entscheidende Schritt ist ein Rechtemanagement-Konzept auf USDZ-Dateiebene.
→ NVIDIA Omniverse als Plattform für die 3D-Masterdatei
Für den Siemens-DDX-Case arbeiteten wir mit zwei Ebenen:
- Sales-USDZ: Enthält nur, was der Vertrieb zeigen darf und muss. Optimiert für AR Quick Look, Messen, Kundengespräche. Keine internen Geometrien, keine proprietären Detaildaten.
- Master-USDZ: Die interne Vollversion mit allen Teilen, Materialien, Toleranzen – als Single Source of Truth für zukünftige Updates. Geht nicht raus.
Dieses Prinzip lässt sich auf jedes Industrieprodukt übertragen, das in der Konstruktion mehr Detailtiefe hat als im Verkaufsgespräch benötigt wird. Also: auf fast alles im Maschinenbau.
Digitale Zwillinge im Maschinenbau-Vertrieb: Warum CAD-Daten allein nicht reichen
Im Maschinenbau gibt es CAD-Daten für fast jedes Produkt. Das Problem ist nicht die fehlende 3D-Basis — es ist der fehlende Workflow, der diese Daten vom Konstruktionsbüro in den Vertriebskoffer bringt.
Was ein Digital-Sales-Twin im Gespräch leistet
Siemens DDX nutzte die fertige Lösung auf drei Ebenen gleichzeitig:
- Messe und Bühne: Die AR-Maschine läuft per QR-Code auf dem iPhone des Besuchers. Keine App, kein Login, keine Vorbereitung.
- Kundengespräch: Die Maschine steht in AR auf dem Tisch des Kunden. Gleichzeitig öffnet der Vertriebsmitarbeiter das DDX-Dashboard mit Live-Daten – direkt aus der Anlage. Aus der Vorstellung wird eine Demonstration.
- Website und Mobile: Eine abgesicherte Stand-alone-Version ohne Datenanbindung für öffentliche Kontaktpunkte, auch für Android via glTF-Fallback.
Das Ergebnis: Vertriebsteams berichteten von kürzeren Erklärphasen, schnellerer Einordnung beim Kunden und einer Lösung, die intern weiterempfohlen wurde.
Was das für den Maschinenbau konkret bedeutet
Ein Sales-Twin auf OpenUSD-Basis ist kein Luxusprojekt für Konzerne. Er ist der logische nächste Schritt, wenn ein Unternehmen bereits Konstruktionsdaten hat und merkt, dass der Vertrieb diese nicht nutzen kann.
Ob die Daten aus SAP kommen, aus einem STEP-Export oder aus einer VR-Simulation: Der Aufbau folgt immer demselben Prinzip. Daten sichten, trennen, aufbereiten, ausliefern.
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