WWDC 2022 Rückblick, Visual Com-Podcast Ep. 66

WWDC 2022 Rückblick — KopfKino Ep. 66

„Die Metaverse-Apologeten haben auf den großen Apple-Paukenschlag gewartet. Apple hat Memojis neue Klamotten gegeben. Das sagt alles über Apples Timing-Philosophie.”

Sascha Pallenberg, Thomas Riedel, Kai Heddergott und ich — WWDC 2022 direkt danach:

  • Warum kein AR-Headset, kein Reality OS? Apple-Timing erklärt
  • Was wurde tatsächlich angekündigt: iOS 16, macOS Ventura, Stage Manager
  • ARKit als letzte Session der Woche — was das über Apples Prioritäten sagt
  • Metaverse-Hype 2022 vs. Apple-Strategie: zwei verschiedene Pläne
  • Die technischen Probleme der Folge — und was trotzdem gesagt wurde
Was ist der KopfKino-Podcast?

Der Live-Talk von Kai Heddergott und Gerhard Schröder zu visueller Unternehmenskommunikation — mit Sascha Pallenberg als Tech-Journalismus-Gegenpol. Ep. 66 ist der direkte Post-Keynote-Review der WWDC 2022 — erschienen Juni 2022, zwei Jahre vor dem Apple-Vision-Pro-Launch.

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Worum es geht

Juni 2022: Apple hält die WWDC. Die XR-Community und Metaverse-Presse erwartet den großen Schlag — AR-Brille, Reality OS, Apples Antwort auf Meta. Es passiert nichts davon. Sascha Pallenberg, Thomas Riedel, Kai und Gerhard reviewen das live im Anschluss.

Die Einschätzung der Runde: Apple taktiert nach eigenen Regeln. Kein Produkt wird kommuniziert bevor es fertig ist — das gilt für die erste Apple Watch genauso wie für das Headset. Reality OS taucht im WWDC-Schedule nirgends auf. ARKit kommt als letzte Session der Woche, am Freitagnachmittag. Das ist kein Zufall. Das ist Apple, das arbeitet ohne Schlagzeilen.

Was die Keynote tatsächlich bringt: iOS 16 mit neu gestaltetem Lock Screen, macOS Ventura mit Stage Manager, Continuity-Features zwischen Mac und iPhone. Solide Betriebssystem-Updates, keine Revolution. Die State of the Union — die zweite Keynote für Developer-Account-Inhaber — kommt danach und liefert die eigentliche technische Substanz.

Zwei Jahre später, im Februar 2024, launcht Apple die Vision Pro mit visionOS. Die Runde hatte recht: Apple hat still gearbeitet.

Kapitel

  • 0:00 — Intro: technische Probleme, Besetzung, Live-Einstieg
  • 5:00 — Rückblick Hauptkeynote: was war, was fehlte
  • 15:00 — Kein AR-Headset, kein Reality OS: Apples Timing-Philosophie
  • 25:00 — iOS 16, macOS Ventura, Stage Manager
  • 40:00 — ARKit als letzte Session: was das signalisiert
  • 55:00 — Metaverse-Hype vs. Apple-Strategie 2022
  • 1:10:00 — State of the Union und Developer-Blick

Erwähnt

Typische Fragen

Warum hat Apple auf der WWDC 2022 kein AR-Headset gezeigt?

Apple kommuniziert vor dem Launch grundsätzlich nichts — sie haben in der gesamten Firmenhistorie noch nie ein Produkt angekündigt, bevor es fertig war. Reality OS tauchte im WWDC-Schedule nirgends auf, ARKit fand als letzte Session am Freitagnachmittag statt. Das Signal: Das Headset kommt — aber Apple taktiert nach eigenen Regeln.

Was wurde auf der WWDC 2022 tatsächlich gezeigt?

Die Keynote konzentrierte sich auf Betriebssystem-Updates: iOS 16 mit neu gestaltetem Lock Screen, macOS Ventura mit Stage Manager und Continuity-Features zwischen Mac und iPhone. AR, Metaverse und Reality OS kamen in der Hauptkeynote praktisch nicht vor — Memojis bekamen einen Nebensatz für neue Klamotten.

Was ist Reality OS und wie hat sich die Einschätzung der Runde bewahrheitet?

Reality OS war der inoffizielle Name für das Betriebssystem des damals noch nicht angekündigten Apple-Headsets. Die Runde war sich einig: Apple nimmt sich Zeit und launcht erst, wenn das Produkt fertig ist. Zwei Jahre später, im Februar 2024, bestätigte der Launch der Apple Vision Pro mit visionOS genau diese Einschätzung.

Transkript (KI-bereinigt)

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von KopfKino. Heute mit einer etwas spannenden Besetzung, technischen Problemen und ihr glaubt alles gar nicht, was so richtig funktionieren kann. Ich habe heute dabei als Gäste zum einen Thomas Riedel, Sascha Pallenberg, und wenn es jetzt klappt — auch Kai.

Klappt das, Kai? Gut, klappt nicht. War ein Versuch. Die Digitalisierung in Deutschland.

Kein AR-Headset, kein Reality OS

Wir sind in das Opernhaus gegangen, um eine wahnsinnig tolle Metaverse-Symphonie zu hören — wo wir erwarten, dass ein neues Headset gelauncht wird, dass Reality OS gelauncht wird. Das war zumindest die Maximalerwartung der Metaverse-Apologeten: Apple wird das revolutionieren und wird wieder mal Marktführer sein.

Ich persönlich habe das nicht erwartet. Was macht ihr da für einen Karneval? Mir war klar, dass das dieses Mal nicht announced wird — trotz Gerüchteküche.

Bei der Haupt-Keynote war maximal wenig Metaverse oder AR, VR drin. Selbst Memojis bekamen einen Nebensatz für neue Klamotten. Abgewatscht.

Warum ist das wichtig? Die Haupt-Keynote ist, wo Produkte verkauft werden. Das Metaverse ist für Apple komplett irrelevant — zumindest nach außen. Und Reality OS taucht auch sonst nirgends im Schedule auf. ARKit als letzte Session der ganzen Woche, am Freitagnachmittag.

Apple hat noch nie ein neues Produkt gelauncht, über das sie vorher erzählt haben. Die Session zu ARKit ist der eigentliche Trommelwirbel — der Paukenschlag kommt vielleicht in einem Jahr.

Was tatsächlich passiert ist

iOS 16: neuer Lock Screen, neu gestaltet. macOS Ventura: Stage Manager. Continuity-Features. Das ist solide — aber keine Revolution. Die State of the Union danach — nur für Developer-Account-Inhaber — liefert die eigentliche technische Substanz.

Häufige Fragen

Warum hat Apple auf der WWDC 2022 kein AR-Headset gezeigt?

Die Metaverse-Community hatte hohe Erwartungen: AR-Brille, Reality OS, der große Schlag. Nichts davon passierte. Sascha Pallenberg bringt die nüchterne Einordnung: Apple kommuniziert vor dem Launch grundsätzlich nichts. Sie haben in der gesamten Firmenhistorie noch nie ein Produkt angekündigt bevor es fertig war. Reality OS taucht im WWDC-Schedule nirgends auf — auch die ARKit-Session findet als letzte statt, am Freitagnachmittag. Das Signal: das Headset kommt, aber Apple taktiert nach eigenen Regeln.

Was wurde auf der WWDC 2022 tatsächlich angekündigt?

Die Keynote konzentrierte sich auf Betriebssystem-Updates: iOS 16, macOS Ventura, watchOS 9. Highlights: das neu gestaltete Lock Screen-System in iOS 16, Stage Manager für iPad-Multitasking, Continuity-Features zwischen Mac und iPhone (Handoff, Kamera als Webcam). AR, Metaverse und Reality OS kamen in der Hauptkeynote praktisch nicht vor — Memojis bekamen einen Nebensatz für neue Klamotten. Die eigentliche ARKit-Session fand erst am Freitag als letzte Session der Woche statt.

Was ist Reality OS und was hat es mit der Apple Vision Pro zu tun?

Reality OS war der inoffizielle Name für das Betriebssystem des damals noch nicht angekündigten Apple-Headsets. 2022 tauchte es im WWDC-Schedule noch nicht auf. Apple hat es — mit Launch der Vision Pro im Februar 2024 — als visionOS gelauncht. Die Einschätzung der Runde war korrekt: Apple nimmt sich Zeit, entwickelt im Verborgenen und launcht erst wenn das Produkt fertig ist.

Wie bewertete Sascha Pallenberg den Stand von AR und Metaverse 2022?

Pallenberg trennt klar: Consumer-Metaverse-Hype (von Meta befeuert) und technologische AR-Substanz (die real ist und wächst). Apple hat auf der WWDC 2022 kein Signal in Richtung Consumer-Metaverse gegeben — was aus Sicht der Runde richtig war. Der eigentliche AR-Stack wächst weiter: ARKit-Updates, RealityKit, Object Capture. Nur eben ohne Schlagzeilen-Hype. Zwei Jahre später launcht Apple die Vision Pro — und beweist damit, dass still gearbeitet wurde.

Was unterscheidet die WWDC von anderen Tech-Konferenzen?

Apple hat zwei Keynotes: die öffentliche (auf YouTube), in der Produkte an Konsumenten verkauft werden — und die State of the Union direkt danach, nur für Developer-Account-Inhaber. 2022 wurden sie erstmals zeitlich getrennt, damit Journalisten durchschnaufen konnten. Die State of the Union ist oft die inhaltlich wertvollere Veranstaltung für Entwickler: tiefere APIs, konkrete Frameworks, kein Marketing-Theater.