Winnetou und die Walz, mit Frank Behrendt — KopfKino Ep. 59

Winnetou und die Walz — KopfKino Ep. 59

„Du gibst das Handy ab, gehst rein — und bist im Wilden Westen. Tipis, Savanne, Saloon. Erst abends auf dem Parkplatz denkst du: wo bin ich hier eigentlich?”

Frank Behrendt, Kai Heddergott und ich — Präsenz-Folge in Wuppertal über Winnetou, die Walz und was Komparsenrollen über das echte Leben lehren:

  • Frank Behrendt als Komparse bei Winnetou: Kindheitstraum, Ossendorf-Studios, Wilder Westen live
  • Die Walz als Lebensmodell: Handwerkertradition trifft Unternehmensführung
  • Slow Down: warum regelmäßig runter an die Basis gehen nicht optional ist
  • Warum Franks Traumrolle bei den Drei Fragezeichen noch offen ist
  • Tonspur-Abenteuer: drei Mikrofone, zwei Spuren, keine Schwebebahn
Was ist der KopfKino-Podcast?

Der Talk von Kai Heddergott und Gerhard Schröder zu visueller Unternehmenskommunikation — seit 2017. Ep. 59 ist eine der seltenen Präsenz-Aufnahmen, entstanden in Wuppertal mit Buchautor und Kommunikationsprofi Frank Behrendt.

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Worum es geht

Ep. 59 ist eine Ausnahme vom Remote-Format: Präsenz-Aufnahme in Wuppertal, mit Frank Behrendt als Gast. Frank ist Kommunikationsprofi, Autor von „Sei kein Frosch” und Verfechter von Slow Down. Und er war Komparse bei der Winnetou-Neuverfilmung.

Das klingt nach einem Ausreißer-Thema — ist es aber nicht. Frank beschreibt den Dreh in den Ossendorfer Studios: echte Tipis, Savanne, Saloon, Kostüme, Geräuschemacher. Man betritt das Set und ist sofort im Wilden Westen — kein professionelles Nachdenken über Produktion möglich, man ist einfach drin. Erst abends auf dem Parkplatz kehrt die Reflexion zurück. Das Beobachten, was da alles an handwerklicher Sorgfalt zusammenkommt für Szenen, die im Fernsehen sekundenschnell vorbeirauschen.

Die Verbindung zur Walz: diese alte Handwerkertradition — Wanderschaft, fremde Betriebe, neue Perspektiven — funktioniert als Lebensmodell auch für Kommunikation und Unternehmensführung. Alain Caparos bei Rewe ließ seine Manager jährlich an die Kasse. Gerhard stellt sich auf den Flohmarkt, weil das die Urart von Verkaufen ist. Der Gedanke: Wer regelmäßig raus aus dem Elfenbeinturm geht, kommuniziert danach anders.

Kapitel

  • 0:00 — Intro: Präsenz-Aufnahme, Wuppertal, Tonspur-Erklärung
  • 5:00 — Frank Behrendt: wer ist er, was ist Slow Down?
  • 12:00 — Komparse bei Winnetou: Casting, Drehort, Ossendorf
  • 25:00 — Das Erlebnis am Set: Wilder Westen in Echt, Kamera ausschalten
  • 38:00 — Drei Fragezeichen-Traum: Franks nächste Rolle
  • 50:00 — Die Walz: Handwerkertradition als Führungsmodell
  • 1:02:00 — Flohmarkt, Basis, Slow Down — Gerhard und Frank

Erwähnt

Typische Fragen

Was hat Frank Behrendt als Komparse bei Winnetou erlebt?

Frank Behrendt ergatterte eine Kleindarstellerrolle in der Winnetou-Neuverfilmung — als bekennender Karl-May-Fan ein Kindheitstraum. In den Ossendorfer Studios erlebte er echte Tipis, Savanne und einen Saloon: „Du gibst das Handy ab, gehst rein — und bist im Wilden Westen.” Erst abends auf dem Parkplatz kehrte die Realität zurück.

Was bedeutet die Walz als Lebensmodell für Unternehmen?

Die Walz ist eine Handwerkertradition: mehrere Jahre Wanderschaft, fremde Betriebe, neue Perspektiven. Frank und Gerhard übertragen das auf Unternehmensführung — wer regelmäßig raus aus dem Elfenbeinturm geht, kommuniziert danach anders. Beispiel: Rewe-CEO Alain Caparos, der seine Manager jährlich an die Kasse schickte.

Wie hängen Komparsen-Erfahrungen mit Kommunikation zusammen?

Wer Produktionen von innen erlebt — als Komparse, als Flohmarktverkäufer, als Praktikant — kommuniziert danach anders. Das Innehalten, das Aufnehmen von Details, das Reflektieren nach dem Dreh: das ist die Substanz, aus der überzeugende visuelle Kommunikation entsteht. Nicht der Elfenbeinturm produziert Resonanz — sondern wer die Welt noch direkt erlebt.

Transkript (KI-bereinigt)

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von KopfKino, dem Podcast von und mit Kai Heddergott und Gerhard Schröder. Und wir haben dabei heute einen Gast, den Frankie — Frank Behrendt.

Diese Folge ist ein spezialgelagerter Sonderfall. Wir haben eine Aufnahme in Präsenz durchgeführt — in Wuppertal, in einem Coworking Space. Drei Mikrofone. Am Ende zwei Tonspuren. Das ist meine Schuld: ich habe den Azubi mit der Technik allein gelassen. Positiv: man hört die Schwebebahn nicht.

Frank und Winnetou

Ich sah in der Zeitung einen Artikel, wo Komparsen für die Neuverfilmung von Winnetou gesucht wurden. Und ich fand das witzig, weil ich ja bekanntermaßen ein großer Karl-May-und-Winnetou-Fan bin. Dann gehen wir alle zum Winnetou-Casting — manche sogar in Winnetou-Kostümen verkleidet. Und so bekamen wir alle eine Kleindarstellerrolle.

Am Set: Wilder Westen

Du gibst das Handy ab, du bist ja ganz normal. Gehst in die Studios in Ossendorf — und da sind wirklich Tipis, da ist Savanne, da ist eine Postkutsche, da ist ein Saloon. Da ist kein normales Leben mehr. Und erst wenn du abends wieder auf den Parkplatz gehst, sagst du: oh, wo bin ich hier eigentlich?

Mein Reflektieren war immer nach dem Dreh. Ich war einer der wenigen, die noch über Stunden draußen im Aufenthaltsraum saßen, weil ich wollte nicht wieder raus aus dieser Welt. Und dann habe ich reflektiert: wie viele Leute an so einem Film mitmachen. Was ist das für ein Aufenthaltsraum, mit welcher liebevollen Sorgfalt die an Szenen arbeiten.

Die Walz und die Basis

Und wenn du das überträgst auf die Arbeitswelt — wie der Kollege Alain Caparos, Rewe-Chef, immer gesagt hat: einmal im Jahr müssen meine Manager an die Kasse bei Rewe. Die sollen mal sehen, wie es da ist. Du kannst nicht über Mitarbeiter, Gehaltserhöhung, Kassensysteme urteilen, wenn du nicht weißt, wie es da ist.

Und ich liebe es, ich stelle mich auf den Flohmarkt, weil da ist die Urart von Verkaufen. Da machst du Sales. Ich habe am meisten für Selling gelernt auf dem Flohmarkt. Da geht es darum: zahlst du 18 Euro oder kriegst du 15? Oder gehst du nach Hause und hast nichts verkauft, weil du ein schlechter Verkäufer bist.

Die Drei Fragezeichen

Wovon ich träume, ist einmal als Sprecher eines einzigen Satzes in einer Folge der Drei-Fragezeichen-Hörspielreihe. Ich schlafe jeden Abend mit den Drei Fragezeichen ein. Ich habe alle Folgen. Da einmal mit Oliver Rohrbeck als der kleinste, lumpigste Sidekick, der am Schrottplatz von Titus Jonas in Rocky Beach vorbeigedackelt kommt — das wäre ich. Und da wäre ich glücklich.

Häufige Fragen

Wer ist Frank Behrendt und warum ist er in dieser Folge?

Frank Behrendt ist Kommunikationsprofi, Buchautor ('Sei kein Frosch') und bekannt für seinen Ansatz Slow Down. Er war Komparse in der Winnetou-Neuverfilmung — ein Kindheitstraum, der ihn von seiner Expertise auf die andere Seite der Kamera gebracht hat. In der Folge verbindet sich sein Backstage-Erlebnis vom Winnetou-Dreh mit der breiteren Frage: Was lehrt es, mal die eigene Rolle zu verlassen?

Was bedeutet die Walz als Lebensmodell?

Die Walz ist eine Tradition unter Handwerkern: mehrere Jahre Wanderschaft, ohne in die Heimat zurückzukehren. Wer auf die Walz geht, verlässt die vertraute Umgebung, lernt andere Betriebe und Kulturen kennen und kehrt als anderer Mensch zurück. Frank und Gerhard übertragen das auf Unternehmensführung: auch CEOs sollten regelmäßig 'runter an die Basis' — wie Alain Caparos bei Rewe, der seine Manager jährlich an die Kasse schickte.

Was war Franks Erfahrung als Komparse bei Winnetou?

Frank Behrendt wurde Komparse in der Winnetou-Neuverfilmung — als bekennender Karl-May-Fan erfüllte sich damit ein Kindheitstraum. Er beschreibt den Dreh in den Ossendorfer Studios: echte Tipis, Savanne, Saloon. Kein Nachdenken über Kamera oder Produktion — man ist einfach im Wilden Westen. Erst wenn man abends auf den Parkplatz geht, kehrt die Realität zurück. Das Beobachten: wie viele Leute an einem Filmset mitarbeiten, mit welcher Sorgfalt die Geräuschemacher und Kostümdesigner arbeiten.

Was hat Slow Down mit visueller Kommunikation zu tun?

Gerhards Verbindung: wer Produktionen wirklich versteht — von Innen, als Komparse, als Flohmarktverkäufer, als Praktikant — kommuniziert danach anders. Das Reflektieren nach dem Dreh, das Innehalten, das Aufnehmen von Details: das ist die Substanz, aus der überzeugende visuelle Kommunikation entsteht. Nicht der Elfenbeinturm produziert Resonanz — sondern wer die Welt noch direkt erlebt.

Warum ist die Tonspur von Kai in dieser Folge suboptimal?

Ep. 59 ist eine Ausnahme: Präsenz-Aufnahme in Wuppertal, Coworking Space, drei Mikrofone. Von drei Mikrofonen haben drei aufgezeichnet — am Ende gab es trotzdem nur zwei Tonspuren. Gerhards Eigenfehler: Azubi mit der Technik allein gelassen, selbst mit Kai gequatscht, gleichzeitig zwei andere Videoproduktionen. Kais Tonspur ist hörbar suboptimal. Positiv: man hört die Wuppertaler Schwebebahn nicht. Die Dynamik des Gesprächs leidet trotzdem nicht darunter.