VR-Experience und AR-VR-Messen, KopfKino Ep. 09

VR-Experience und AR-VR-Messen — KopfKino Ep. 09

„Automobilhersteller können auf dem Messestand nicht alle Modelle ausstellen. Also zeigen sie den einen Wagen — und den Rest virtuell. Das war 2018 schon Realität.”

Gerhard Schröder und Anett Gläsel-Maslov über VR-Experience und AR auf Messen — Teil II des Gesprächs:

  • Wo steht der VR-Markt 2018? Preise, Geräte, Oculus Go-Ankündigung
  • AR-Use-Cases: Messe-Showrooms, Broschüren, Medizin, Industrie-Service
  • Wie kriegt man Leute zur Adoption? Das Preis-Inhalt-Problem
  • Airframe von Michael Crichton: AR als Literatur-Vision
  • Was Apple 2018 noch nicht gemacht hat — und was damals schon absehbar war
Was ist der KopfKino-Podcast?

Der Podcast von Gerhard Schröder zu Videomarketing, AR, VR und visueller Kommunikation — seit 2017. Ep. 09 ist Teil II des Gesprächs mit Anett Gläsel-Maslov über VR-Experience und AR-Anwendungen. Ein Zeitdokument aus dem Jahr 2018, lange vor Meta Quest, Spatial Computing und Apple Vision Pro.

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Worum es geht

April 2018: Gerhard spricht mit Anett Gläsel-Maslov über VR-Experience auf Messen und erste AR-Anwendungsszenarien. Das ist das zweite Gespräch — Ep. 08 hat die Grundlagen behandelt, hier geht es in konkrete Use Cases.

Der Markt 2018: die Oculus Rift ist von 900 auf 400 Euro gefallen, die Oculus Go mit 200 Dollar ist angekündigt. Consumer-Adoption stockt trotzdem — das Preis-Inhalt-Problem bleibt. Für Familien zu teuer, wenn die Spielekosten dazukommen. Gerhard sieht das auch persönlich so, trotz seiner beruflichen AR/VR-Nähe.

AR-Use-Cases auf Messen waren 2018 schon real: Automobilhersteller stellen einen Wagen auf den Stand und zeigen alle Ausstattungsvarianten virtuell. Augmentierte Broschüren, Bildungs-AR für Kinderbücher und Lehrmaterial, medizinische AR für Studenten, industrielle Remote-Assistance für Wartungstechniker. Gerhard unterscheidet früh zwischen Marketing-AR (wir wollten AR machen, weil Konzernvorgabe) und echtem Use-Case-AR (klares Problem, klarer Mehrwert).

Die Apple-Frage 2018: vielleicht kommt Apple mit einer Brille — wenn sie es tun, wird sie sicher nicht im unteren Preissegment sein, sondern zeigen, was Qualitätsstandard bedeutet. Sechs Jahre später: Apple Vision Pro.

Kapitel

  • 0:00 — Intro: Teil II mit Anett Gläsel-Maslov
  • 2:00 — VR-Markt 2018: Preise, Adoption, Oculus Go-Ankündigung
  • 7:00 — Das Preis-Inhalt-Problem: warum Consumer-VR stockt
  • 10:00 — AR-Use-Cases: Messe-Showrooms, augmentierte Broschüren
  • 13:00 — Bildungs-AR und medizinische AR-Anwendungen
  • 16:00 — Industrie-AR: Wartung, Remote-Assistance, Produktionsanlagen
  • 18:00 — Airframe von Michael Crichton — AR-Vision aus den 90ern

Erwähnt

Typische Fragen

Welche AR-Anwendungen auf Messen waren 2018 schon Realität?

Automobilhersteller nutzen AR, um auf dem Messestand nur ein Fahrzeug auszustellen und alle Ausstattungsvarianten virtuell zu zeigen. Dazu kamen augmentierte Broschüren, Bildungs-AR in Kinderbüchern und Lehrmaterialien sowie medizinische AR für Studenten. In der Industrie ermöglichte Remote-Assistance via AR Wartungsarbeiten an einzelnen Teilen, ohne die gesamte Produktionshalle stillzulegen.

Warum stockte die Consumer-Adoption von VR trotz sinkender Preise?

Das Preis-Inhalt-Problem blieb bestehen: Das Gerät wurde günstiger, aber Spiele und Zubehör summierten sich zu einer Investition, die für Familien kaum erschwinglich war. Gerhard schildert, dass er selbst — trotz beruflicher Nähe zum Thema — davon abstand, VR für seine Familie anzuschaffen. Die Oculus Go war für 200 Dollar angekündigt, aber die Marktdurchdringung blieb aus.

Was hatte Michael Crichton mit AR zu tun?

Gerhard empfiehlt den Roman „Airframe” von Michael Crichton als frühe literarische Vision von AR in der Luftfahrtindustrie: Wartungstechniker, die via erweiterter Realität genaue Anleitungen erhalten. Das war über 20 Jahre vor dieser Podcast-Aufnahme. Das Muster ist bekannt — Science Fiction beschreibt Technologie-Potenzial, die Umsetzung folgt Jahrzehnte später.

Transkript (KI-bereinigt)

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Podcast-Folge. Im zweiten Teil meines Gesprächs mit Anett Gläsel-Maslov geht es nochmal um Virtual Reality und Augmented Reality. Wir gehen jetzt ins Thema rein und reden über echte Anwendungsbeispiele und Dinge, die es schon gibt.

VR-Markt 2018: Preise und Adoption

Wie kriegt man denn die Leute dazu, die VR-Technologie anzuschubsen und die Dinger zu kaufen?

Es gibt da kein Patentrezept. Was die am Markt gemacht haben: den Preis senken. Eine Oculus Rift hat zu Anfang mal 800, 900 Euro gekostet. Inzwischen sind wir bei ungefähr 400 Euro. Wie immer bei Elektronik — der Preis geht runter. Aber was tut man nicht alles, um einmal in Winnetou mitspielen zu dürfen. Nein, Quatsch — das Preis-Problem bleibt: Gerät plus Spiele plus Zubehör. Selbst ich halte davon ab, für unsere Familie so ein Ding anzuschaffen.

Es kommt im nächsten Jahr noch eine neue Brille raus: die Oculus Go. Sie soll gerüchten zufolge 200 US-Dollar kosten. Schauen wir mal, was sie wirklich kann. Und vielleicht kommt ja auch Apple mit einer Brille. Wenn sie rauskommen, wird sie sicherlich nicht im unteren Preissegment sein — sondern sie zeigen dem ganzen Markt, was Qualitätsstandard ist.

AR-Use-Cases: was geht schon 2018?

Typische AR-Anwendungen auf Messen: Automobilunternehmen machen Showrooms. Auf einem Messestand stellst du selten alle Modelle aus, die du hast. Also stellst du den top neuen Wagen hin. Aber die gesamte Ausstattung, die wird virtuell gezeigt — was es noch gibt, was der Kunde sich noch kaufen kann.

Dann augmentierte Broschüren: mit einem Mobiltelefon oder Tablet weitere Informationen abrufen. Manchmal so ein bisschen „wir wollten unbedingt AR machen, das ist jetzt Konzernvorgabe.” Aber es gibt auch wirklich gute Sachen.

Kinderbücher und Lehrbücher, wo das tatsächlich Sinn macht: meine Söhne hatten mal ein Englischbuch, da konnte man mit dem Handy drüber gehen und dann wurde der Begriff ausgesprochen. Für jemanden, der in der Sprache neu ist — total spannend.

Medizinstudenten, die an Dummies arbeiten: über AR werden die Organe angezeigt. Was man ganz anders lernen und aufnehmen kann.

Für die Industrie: wenn einzelne Teile einer Produktionsanlage gewartet werden müssen, muss nicht die ganze Halle stehen bleiben. Über AR bekommt der Servicemitarbeiter die genauen Bereiche und Arbeitsschritte angezeigt. Nur dieser eine Teil wird stillgelegt.

Michael Crichton: Airframe

Ich gebe dazu einen Romantipp: Michael Crichton. Jurassic Park. Aber von dem ist noch ein Roman, der ist über 20 Jahre alt: Airframe. Da geht es genau um so einen Wartungsfall in der Luftfahrt — und die AR-Vision war schon drin. Science Fiction beschreibt, was Jahrzehnte später Realität wird.

Häufige Fragen

Welche AR-Use-Cases gab es 2018 bereits?

2018 war AR auf Messen vor allem im Automobilbereich präsent: virtuelle Showrooms, Produktkonfiguratoren, bei denen nicht alle Modelle physisch ausgestellt werden müssen. Dazu augmentierte Broschüren mit zusätzlichen Informationen via Smartphone oder Tablet. Im Bildungsbereich gab es erste Kinderbücher und Lehrmaterialien mit AR-Erweiterung. Im medizinischen Bereich erste Demos mit AR-Körperüberlagerungen für Medizinstudenten. In der Industrie Remote-Assistance-Szenarien für Wartung und Service an Produktionsanlagen.

Was kostete eine VR-Brille 2018 und wo stand der Markt?

2018 war die Oculus Rift von etwa 900 Euro auf ca. 400 Euro gefallen — die erste Preiswelle nach dem Launch. Facebook hatte die Oculus Go angekündigt für gerüchteweise 200 US-Dollar. Gerhard beschreibt das klassische Jährmarkt-Problem: Preis sinkt, aber Inhaltekostenfolgekosten bleiben hoch. Für Familien kaum erschwinglich. Der Markt war noch in der frühen Adopter-Phase, Consumer-Durchbruch stand noch aus. Apple war damals noch nicht im VR/AR-Hardwaremarkt.

Was hat Anett Gläsel-Maslov mit AR und VR zu tun?

Anett Gläsel-Maslov ist Gesprächspartnerin in den frühen KopfKino-Episoden (Ep. 08 und 09) zum Thema AR und VR. Sie bringt die Nutzerperspektive und stellt die richtigen Fragen: Wie kriegt man Leute dazu, VR zu adopten? Was sind echte Anwendungsfälle vs. Marketing-Show? Die gemeinsamen Episoden sind ein Zeitdokument der frühen XR-Marktentwicklung — lange vor Meta Quest, Apple Vision Pro oder Spatial Computing als Begriff.

Was unterscheidet AR-Use-Cases auf Messen von Consumer-AR?

Auf Messen geht AR als B2B-Tool: der Automobilhersteller zeigt alle Modellvarianten, obwohl nur ein Fahrzeug auf dem Stand steht. Der Servicetechniker bekommt via AR genau die Wartungsschritte angezeigt, die er braucht — ohne die gesamte Produktionshalle zu stoppen. Das sind ROI-getriebene Anwendungen. Consumer-AR (augmentierte Bücher, Spiele) folgt anderen Gesetzen: Spielwert, Wow-Faktor. Gerhard unterscheidet das schon 2018 klar.

Was hatte Michael Crichton mit AR zu tun?

Gerhard zitiert in dieser Folge den Roman 'Airframe' von Michael Crichton als frühe literarische Vision von AR in der Luftfahrtindustrie — Wartungstechniker, die via erweiterter Realität genaue Anleitungen bekommen. Das war über 20 Jahre vor der Aufnahme. Das Muster ist bekannt: Science Fiction beschreibt Technologie-Potenzial, die Umsetzung folgt Jahrzehnte später.