Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Kopfkino.
Ich spreche gleich mit Ansgar Frerich.
Und bevor ich in das eigentliche Gespräch einsteige, gebe ich noch eine Geschichte,
wie Ansgar und meiner einer überhaupt in Kontakt gekommen sind.
Denn dieser Kontakt ist historisch gewachsen.
Ansgar und meiner einer, wir kennen uns jetzt, lass mich nicht lügen,
ich sag jetzt mal ungefähr 30 Jahre,
zu unseren eher wilderen Jugendjahren,
Stichwort, ich bin 52.
Damals waren wir beide gemeinsam in einem, ich sag jetzt mal Literaturverein.
Und in diesem Rahmen dieses Literaturvereins gibt es einmal im Jahr immer ein Sommertreffen.
So ungefähr eine Woche lang.
Und vor 25 Jahren, das kommt ziemlich genau hin,
vor 25 oder 27 Jahren,
bei einem dieser Sommertreffen war dann mit einmal eine mongolische Ethnoband,
Ethno-Jazz-Band dabei.
Und die waren dann auch in der Jurte untergebracht.
Und es gab tolle Live-Musik dann einfach von denen.
Alle miteinander gute Zeit gehabt,
waren so ungefähr 300 Leute auf dem Gelände.
Das war in Oberkirchen bei Bückeburg.
Und der Ansgar hatte vorher schon, wenn ich mich nicht täusche,
ein Praktikum in dem ganzen Themenbereich Tontechnik gemacht,
hatte auf München in der Innenstadt die Truppe als Straßenband kennengelernt.
Sie von dort aus mehr oder weniger vom Stand weg direkt auch dann mit auf das Gelände geschleppt.
Und ein paar Jahre später hat er eben eine Oscar-Nominierung bekommen für einen Dokumentarfilm.
So, und das ist so gesehen, da merkt man,
Zufallsbegegnungen und Lebenswege sind nicht immer ganz geradlinig.
Und darum werde ich auch ein bisschen über seinen Lebensweg,
über seinen Karriereweg dazu sprechen,
wie man von einem Praktikum über eine klassische Ausbildung als Mediengestalter bildet,
Ton, sowas, was wir in meiner Firma auch ausbilden,
bis zur Oscar-Nominierung mich nachher auch kommen kann.
Und ähnlichen Spaß in den Geschichten.
Hallo Ansgar, das ist jetzt gefühlt 30 Jahre her, dass wir uns zuletzt gesehen haben.
Stimmt das ungefähr, Jana?
Ja, irgendwas zwischen 20 und 30 Jahren, werde ich auch sagen.
Viel passiert in der Zwischenzeit.
Genau.
Du hattest damals ja schon ein Praktikum,
später auch dann eine Ausbildung in der Branche gemacht.
Und ich bin erst 2010 in die Branche überhaupt dazugekommen.
Mehr auch durch einen Zufall.
Aber erzähl mal, dein Weg ist ja wirklich so ganz klassisch, muss man sagen.
Also von der Pike auf alles gelernt.
Wir kennen uns, oder den letzten Kontakt, den wir so richtig hatten,
war gefühlt vor 25 Jahren.
Und da ging es um mongolischen Ethno-Jazz.
Genau, genau.
Das ist auch ein Thema, was mich immer wieder begleitet hat.
Da kommen wir sicherlich später noch zu.
Ja, also bei mir war es einfach so, ich komme aus Paderborn,
jetzt keine Medienhauptstadt, würde ich sagen.
War aber immer zumindestens musisch interessiert.
Und bin dann irgendwann auf die Idee gekommen,
vielleicht wäre Mediengestalter Bild und Ton die richtige Ausbildung für mich.
Ich habe erst ein Praktikum in Paderborn gemacht,
in dem Bereich.
Und hatte dann das Riesenglück,
dass ich eine Ausbildungsstelle als Mediengestalter Bild und Ton beim Bayerischen Rundfunk bekommen habe.
Was letztendlich eine Grundausbildung in den drei Grundgewerken Kamera, Schnitt und Ton ist.
Und im letzten Jahr konnte man sich spezialisieren.
Und da habe ich ziemlich Feuer gefangen, muss ich sagen.
Also es war total spannend.
Einerseits von den jetzt älteren Kollegen, kann ich ja jetzt sagen,
damals den festen Mitarbeitern, diese verschiedenen Welten kennenzulernen.
Und auf der anderen Seite ja auch diesen Raum zu haben,
um neben der offiziellen Ausbildungsarbeit schon eigene Projekte zu machen,
die in München natürlich relativ gut strukturiert waren,
weil es dort die HFF, die Hochschule für Film und Fernsehen gibt.
Und ich dort meine ersten Kurzfilme vertont habe.
Und dann auch schon während der Ausbildungszeit meinen ersten Langfilm
für die Produktionsfirma von Wim Wenders vertonen durfte.
Und das war natürlich