Visuell verkaufen — Immersive Medien im Sales — InterviewVReitag
„Es geht nicht darum, nur das Produkt zu zeigen — es geht darum, die Dinge zu visualisieren, die dafür sorgen, dass Leute sagen: das will ich.”
Am Nikolaustag im InterviewVReitag von Michael Stock (Zingstart VR): Gerhard Schröder über zehn Jahre visuelles Verkaufen mit immersiven Medien:
- Von 360°-Videos im Bergwerk (2017, erstes Unternehmen in Deutschland) bis zu USDZ-AR für den Außendienst heute
- Wie ein Kabelmanagementsystem transparent wird — und warum der Glanz der Oberfläche genauso wichtig ist wie das Format
- Ein Raumfahrzeug in 28 Meter Originalgröße per AR auf dem Parkplatz: das igus-Prinzip für die Industrie
- Warum eine USDZ-Datei der Schlüssel ist: eine Master-Datei für AR, Video, Rendering und Produktkonfigurator
- Wie der Außendienst ohne App-Download sofort AR zeigen kann — und wann die klassische Verkaufsmappe trotzdem noch nützlich ist
Worum es geht
Michael Stock führt mit seinem InterviewVReitag ein LinkedIn-Live-Format durch, das immersive Medien im Praxiseinsatz vorstellt. Am 6. Dezember 2024 — Nikolaustag — ist Gerhard Schröder zu Gast.
Gerhard skizziert seinen Weg: LinkedIn-Vertrieb in Deutschland aufgebaut, dann ab 2014 360°-Videos, 2015 erste AR-Projekte. 2017 erste 360°-Video-Aufnahmen unter Tage in einem Bergwerk — ein Jahr bevor das WDR dasselbe machte, und vermutlich das erste Team in Europa. Aus diesem Weg entstand die Erkenntnis: Nicht Technologie um der Technologie willen, sondern immer mit der Frage, welche Verkaufssituation man löst und wie man den Produktnutzen visualisiert.
Das zentrale Beispiel des Gesprächs ist das Kabelmanagementsystem der Firma igus: Schwarzer Kunststoff, innen Kabelkanäle, die ein Anti-Spiralkabel führen. Von außen nicht erkennbar. In AR werden die schwarzen Elemente transparent — und man sieht hinein. Zwei Wochen von CAD-Daten bis zur fertigen USDZ-Datei, inklusive physischem Muster, damit auch der Glanz der Oberfläche stimmt. Gerhard nennt das den „Auto-Tuning”-Ansatz: nicht nur konvertieren, sondern das 3D-Dateiformat wirklich ausreizen.
Und dann das andere Ende der Skala: Polaris Raumflugzeuge aus Bremen. Ein 28 Meter langes Raumfahrzeug, das per AR über den Parkplatz vor dem Kundengebäude projiziert wird — damit jeder sofort das Größenverhältnis versteht. Kein Diagramm mit kleinen Männchen, sondern das Ding, das man vor fünf Minuten neben dem eigenen Auto gesehen hätte.
Kapitel
- 0:00 — Intro: Michael Stock und das Format InterviewVReitag
- 2:00 — Gerhards Weg: LinkedIn, 360°-Video, AR — seit 2014
- 7:00 — Das Bergwerk-360°-Video: erstes Unternehmen in Deutschland, 700 Meter unter Magdeburg
- 12:00 — Was ist visuelles Verkaufen? Produktnutzen, nicht nur Produktansicht
- 17:00 — Fallbeispiel igus: Kabelmanagementsystem in AR — transparent und animiert
- 22:00 — Von CAD zu USDZ: zwei Wochen, ein Muster, der richtige Schwarz-Ton
- 25:00 — Fallbeispiel Polaris Raumflugzeuge: 28 Meter AR auf dem Parkplatz
- 28:00 — Wie ein typisches Projekt abläuft: NDA, Testdatei, Erstkonvertierung
- 31:00 — Wie der Außendienst AR einsetzt — ohne App, per QR-Code
- 33:00 — Ausblick: OpenUSD als Master-Datei, Industrial Metaverse und Apple Vision Pro
Erwähnt
- igus GmbH — Hersteller von Kabelführungssystemen; Fallbeispiel im Gespräch
- Polaris Raumflugzeuge — Raumfahrtunternehmen aus Bremen; AR-Modell auf viSales.de
- Zingstart VR / Think Start VR — Michael Stocks Unternehmen, InterviewVReitag-Host
- viSales.de — Agenturnwebsite mit AR-Projektbeispielen
- USD-Updates Playlist — Gerhards Videoreihe zu USDZ und OpenUSD
