State of 26: KI-Clawbot-News, Metaverse- & Apple-News, Visual-Com-Podcast Ep. 93

State of 26 — Visual-Com-Podcast Ep. 93 mit Kai Heddergott und Gerhard Schröder

„Wer die Oberfläche kontrolliert, kontrolliert die Kunden. Apple weiß das. Deswegen ist Gemini in Siri kein Rückschritt — das ist eine Brücke.”

Nach einer Pause sind Kai Heddergott und ich zurück — mit dem Jahresauftakt-Überblick 2026:

  • KI-Status 2026: Open Source, lokale Modelle und warum Apple-Hardware gerade gewinnt
  • Der ClawBot-Skandal: warum ein offener KI-Agent Nutzerdaten gefährdete
  • Apple + Google Gemini: strategische Einordnung der Siri-KI-Kooperation
  • Metaverse 2026: tot, lebendig, oder umbenannt?
  • Apple Spatial Computing und was das für B2B bedeutet
  • Hausmitteilungen: neues Format, neuer Takt
Was ist der Visual-Com-Podcast?

Der Live-Talk von Kai Heddergott und Gerhard Schröder zu visueller Unternehmenskommunikation — regelmäßig mit Gästen. Ep. 93 ist nach einer längeren Pause die Rückkehr in ein überarbeitetes Format mit regelmäßigeren Folgen und geplanten Live-Terminen.

Alle Folgen im Archiv

Worum es geht

Folge 93 ist der Jahresauftakt 2026 — Kai und Gerhard melden sich nach einer Pause zurück und gehen den KI- und Tech-Themenkomplex durch, der sich seit Ende 2025 aufgestaut hat.

Zentrales Thema: die Schnittstelle von KI-Software und Apple-Hardware. Die Verbreitung lokaler KI-Modelle (Open Source, Ollama, DeepSeek R1) trifft auf Apple Silicon als günstiger, effizienter KI-Plattform — vier gestapelte Mac Minis mit Thunderbolt-Cluster schlagen dedizierte Nvidia-Setups beim Preis-Leistungs-Verhältnis. Dazu kommt Apples KI-Kooperation mit Google: Gemini in Siri ist für die Runde kein Zeichen von Schwäche, sondern ein klassischer Apple-Move — Oberfläche kontrollieren, Modell vorläufig lizenzieren, später integrieren.

Der zweite große Block: der ClawBot-Skandal. Ein Open-Source-KI-Agent, der lokal auf eigenen Rechnern lief und bei entsprechenden Berechtigungen eigenständig im Web agieren, Formulare ausfüllen und Daten lesen konnte. Der Entwickler hatte explizit gewarnt, es sei ein offener Bastelkasten ohne Absicherung — trotzdem gaben Tausende Nutzer dem Tool Zugriff auf Kreditkarten und Passwörter. Das Gegenteil von Apples Ansatz.

Dazu ein Metaverse-Statuscheck: Das Consumer-Hype-Metaverse ist tot, aber Spatial Computing als B2B-Konzept lebt. Meta hat den Begriff intern aufgegeben, Apple nennt es Spatial Computing — der Kern-Gedanke räumlicher digitaler Schichten bleibt aktuell, nur unter anderen Namen und in industriellen Anwendungen.

Am Ende die Hausmitteilungen: neues Format, regelmäßigerer Takt, geplante Live-Termine für 2026.

Kapitel

  • 0:00 — Intro: Rückkehr nach Pause, KI-generiertes Hintergrundbild von Kai
  • 3:35 — Apple + Gemini: Siri-KI-Kooperation strategisch eingeordnet
  • 6:38 — KI 2026: Open Source, lokale Modelle und ChatGPT-Alternativen
  • 9:32 — Mac Mini als KI-Hardware: vier gestapelte Minis als Cluster
  • 20:00 — ClawBot: der offene KI-Agent, der Nutzerdaten gefährdete
  • 35:00 — DeepSeek R1 und die Open-Source-KI-Bewegung
  • 45:21 — Metaverse 2026: tot oder umbenannt?
  • 53:18 — Spatial Computing: was übrig bleibt vom Metaverse-Gedanken
  • 1:05:00 — Apple Mac Pro, Mac Studio und KI-Hardware-Roadmap
  • 1:10:00 — Hausmitteilungen: neues Format, Takt, Pläne für 2026

Erwähnt

Typische Fragen

Was war der ClawBot-Skandal?

ClawBot war ein Open-Source-KI-Agent, der lokal auf eigenen Rechnern lief und — bei entsprechenden Berechtigungen — eigenständig browsen, Formulare ausfüllen und Daten lesen konnte. Tausende Nutzer gaben dem Tool Zugriff auf Kreditkartendaten und Passwörter, obwohl der Entwickler explizit vor der fehlenden Absicherung gewarnt hatte.

Ist das Metaverse 2026 tot?

Nein — aber es hat sich umdefiniert. Was 2021/2022 als Consumer-Hype scheiterte, lebt im B2B-Bereich als Spatial Computing weiter: industrielle Zwillinge, XR-Kollaboration, Trainings-Anwendungen. Meta hat den Begriff intern fast aufgegeben, Apple nennt es Spatial Computing — der Kerngedanke räumlicher digitaler Schichten ist aktueller denn je.

Warum ist der Mac Mini als KI-Hardware interessant?

Apple Silicon mit Unified Memory erlaubt KI-Modellen direkten Speicherzugriff ohne Kopierprozesse. Vier gestapelte Mac Minis per Thunderbolt-Cluster ergeben mehr KI-Leistung als viele dedizierte Nvidia-Setups — bei einem Bruchteil des Stromverbrauchs und zu einem Preis, der mit der Nvidia-Preisexplosion kaum mehr mithalten muss.

Transkript (KI-bereinigt)

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Visual.com, dem Podcast von und mit Kai Heddergott und Gerhard Schröder. Ja, nach einer kleinen Pause sind wir wieder am Start. Wir haben eine größere Runde an Themen für den heutigen Tag als kleinen Blumenstrauß vorbereitet — die Themen verzahnen sich auch sehr gut ineinander.

Alles, was Hausmitteilungen angeht — Stichwort unsere Pause, wie es weitergeht und ähnliches — möchten wir gerne ans Ende des Livestreams legen. Was uns dazu führt, dass Kai ein Hintergrundbild hat, das mit KI generiert ist. Es zeigt allerdings das, was ich normalerweise in meiner kleinen Ecke zum Besten gebe: mein alter Mac Plus, mein C64, mein Newton, mein Game Boy, alles Mögliche. Aber es hat sich über die Weihnachtsfeiertage etwas ergeben — ich habe für die Familie eine Lego-Eisenbahn aufgebaut, die jetzt in dem Bereich steht, wo normalerweise Kamera, Mikro und so weiter stehen würden. Deswegen habe ich das Ganze mal mit generativer KI in bestimmten Formen nachgeahmt. Das ist auch ein kleiner Verweis auf generative KI und Themen, die wir heute besprechen.

Bei mir ist es real — unaufgeräumt. Du konntest per Prompt bestimmen, wie schön es aussehen soll.

Apple + Gemini: Oberfläche kontrollieren

Wir haben Anfang 2026 verschiedene Themen. Stichwort Apple: man hört, es hat wohl damit zu tun, dass es vielleicht was Neues zu erzählen gibt, was sich aus Siri nun langsam mal weiterentwickelt. Die Kooperation zwischen Apple und Google hat sich ergeben, dass man wohl das KI-Modell namens Gemini sich ins Haus geholt hat.

Was hast du dazu wahrgenommen? — Ich würde das betrachten im Sinne von: Wer die Oberfläche kontrolliert, kontrolliert die Kunden. Wir erinnern uns, als das iPad noch neu war: YouTube und Google Maps waren standardmäßig drauf, weil Apple damals noch kein Apple Maps hatte. Langfristig wird Apple das eigene integrieren — Gemini ist eine Brücke.

KI 2026 und der Mac Mini als KI-Cluster

Die KI-Modelle, die als Open Source zur Verfügung stehen, sind auf der Leistungsklasse-Ebene der Modelle, die wir über irgendein Abo-Modell im Browser aufrufen. Lässt sich nicht ganz vergleichen, aber das ist nicht mehr nur eine Nerd-Lösung. Das kann im Alltag angewendet werden. Da hat sich innerhalb eines Jahres was getan.

Apple bringt dieses Jahr noch einen neuen Mac Studio raus. Mac Mini ist der kleine Klotz — Mac Studio hat einen größeren Chip, einen Kühlkörper oben drauf, kostet ein paar tausend Euro mehr. Den soll es in einer Variante auch als gestapelten Cluster geben. Vier Mac Minis mit Thunderbolt zusammengeschaltet: mehr KI-Rechenleistung als viele dedizierte Nvidia-Setups, bei einem Bruchteil des Stromverbrauchs.

Was ist eigentlich mit dem Mac Pro? Der hat noch ein 1.500-Watt-Netzteil drin, noch auf Intel-Technologie. Wunschdenken: Apple bringt ein Umrüstkit — du nimmst die alte Intel-Hauptplatine raus, packst vier M5-Chips in Paket-Konfiguration rein und bist gefühlt um Faktor 10 schneller. Das erinnert an die Zeiten der Transputer und aufgerüsteter Power Macs.

In Cupertino dürfte man ganz entspannt drauf gucken: die nächsten zwei Jahre haben wir, glaube ich, keine wirkliche Absatzproblematik, weil unsere Maschinen nochmal anders im Kontext kommen.

ClawBot: der offene KI-Agent

Vor ungefähr zwei Wochen hat ein Entwickler gesagt: ich habe die letzten Wochen was aus Langeweile entwickelt und stelle das Open Source. Er hat von vornherein gesagt, das ist ein Bastelkasten — so ähnlich, als wenn du sagst, ich mache einen Elektrobastelkasten, aber die Drähte haben alle keine Isolierung. Also fasse nicht die falschen Drähte an.

Das Ergebnis: Viele Hobbybastler haben das auf ihre lokalen Maschinen gepackt. Und da das ein großer offener Schraubkasten ist, kann man ihm sagen: ich gebe dir meine Kreditkartendaten, meine Passwörter, alles was du haben willst. Das Gegenteil von dem, wie Apple arbeiten würde. Großes Ausrufezeichen.

Viele haben dann ihre Kreditkartendaten eingetragen und alles freigegeben — damit die KI-Systeme auf der eigenen Maschine tun können, was man selbst kann: browsen, Daten schreiben, lesen, eine Reise buchen, die Kreditkarte überziehen. Und dann ergab sich noch: was wäre, wenn es eine Art Facebook oder LinkedIn aus so einem offenen KI-Agenten gäbe?

Das war der ClawBot — und der Skandal, der daraus entstand, war absehbar.

Metaverse 2026 und Spatial Computing

Ist das Metaverse tot? Die kurze Antwort: Nein, aber es hat sich umdefiniert. Was 2021/2022 als Consumer-Hype scheiterte, lebt im B2B-Bereich als Spatial Computing weiter. Meta hat den Begriff intern fast aufgegeben und spricht von Spatial und Social XR. Apple spricht von Spatial Computing.

Der Kern-Gedanke — persistente, räumliche digitale Schichten über die reale Welt — ist aktueller denn je. Nur unter anderen Namen und in industriellen Anwendungen: digitale Zwillinge, XR-Kollaboration, Trainings-Anwendungen.

Hausmitteilungen

Mit Folge 93 haben wir das Format angepasst: regelmäßigere Folgen in einem festeren Takt, geplante Live-Talks mit Vorab-Ankündigung, und künftig auch Vor-Aufnahmen für zeitkritische Themen. Das Ziel ist mehr Planbarkeit für die Zuhörer bei gleichzeitig flexibler Reaktion auf aktuelle Entwicklungen. Der nächste Live-Termin ist angekündigt.

Good night and good luck. Bis zum nächsten Mal.

Häufige Fragen

Was war der ClawBot und warum war er ein Problem?

ClawBot war ein Open-Source-KI-Agent, der lokal installiert wurde und — bei entsprechenden Berechtigungen — eigenständig im Web agieren, Formulare ausfüllen, Dateien lesen und schreiben konnte. Das Sicherheitsproblem: Viele Nutzer gaben dem Tool Zugriff auf Kreditkarten, Passwörter und alle lokalen Dateien, weil es technisch möglich war. Der Entwickler hatte explizit gewarnt, es handele sich um einen offenen Bastelkasten ohne Absicherung. Trotzdem verbreitete sich das Tool rasant — mit teils unkontrollierten Folgen für Nutzerdaten.

Warum setzt Apple bei Siri auf Google Gemini?

Apple hat Gemini als KI-Modell für Siri lizenziert, weil die eigene Apple-Intelligence-Strategie auf Betriebssystemebene hinterherhinkt. Die Runde interpretiert das als klassischen Apple-Move: Wer die Oberfläche kontrolliert, kontrolliert die Kunden — ähnlich wie früher YouTube und Google Maps auf dem iPad, bevor Apple eigene Lösungen hatte. Langfristig wird Apple die KI-Integration in die eigene Silicon-Plattform verlagern, kurzfristig braucht man Gemini als Brücke.

Ist das Metaverse tot?

Die Kurzantwort aus der Folge: Nein, aber es hat sich umdefiniert. Was 2021/2022 als Consumer-Hype scheiterte, lebt im B2B-Bereich als Spatial Computing weiter — industrielle Zwillinge, XR-Kollaboration, Trainings-Anwendungen. Meta selbst hat den Begriff Metaverse intern fast aufgegeben und spricht von Spatial und Social XR. Apple spricht von Spatial Computing. Der Kern-Gedanke — persistente, räumliche digitale Schichten über die reale Welt — ist aktueller denn je, nur unter anderen Namen.

Warum ist der Mac Mini als KI-Hardware interessant?

Apple Silicon Unified Memory erlaubt KI-Modellen direkten Zugriff auf den gesamten Arbeitsspeicher ohne CPU/GPU-Kopierprozesse. Apple hat eine Cluster-Schnittstelle freigegeben, die es erlaubt, vier Mac Minis zu stapeln und via Thunderbolt zu einem gemeinsamen KI-Rechner zu verbinden. Das Ergebnis: mehr KI-Leistung als viele dedizierte Nvidia-Setups — bei einem Bruchteil des Strömverbrauchs und zu einem Kaufpreis, der mit der Nvidia-Preisexplosion kaum noch mithalten muss.

Was hat sich am Podcast-Format geändert?

Mit Folge 93 hat das Team nach einer längeren Pause das Format angepasst: regelmäßigere Folgen in einem festeren Takt, geplante Live-Talks mit Vorab-Ankündigung, und künftig auch Vor-Aufnahmen für zeitkritische Themen (wie die Apple-Jubiläumsfolgen 95/96). Das Ziel ist mehr Planbarkeit für die Zuhörer bei gleichzeitig flexibler Reaktion auf aktuelle Tech-Entwicklungen.