Astrofein: Von groben CAD-Daten zur Fördermittelzusage in einer Präsentation
Astro- und Feinwerktechnik Adlershof entwickelt Satellitentechnik in Berlin. Für DIEGOSat, den geplanten Erdbeobachtungssatelliten für Klima und Sicherheit, standen Fördergespräche auf politischer Ebene an. Was fehlte: ein belastbares visuelles Modell. Es gab nur grobe CAD-Daten einzelner Subsysteme, Skizzen und Funktionsbeschreibungen. viSales machte daraus ein AR-Modell, das Entscheider buchstäblich in die Hand nehmen konnten. Die Zusage kam noch im selben Sommer: per Handschlag.
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Auf einen Blick
PROBLEM: Ein Satellit in früher Konzeptphase, Fördergespräche auf politischer Ebene, aber kein präsentierbares Modell. Bis zur realen Hardware vergehen Jahre.
LÖSUNG: Realitätsnahes OpenUSD/USDZ-Modell aus Frühphasendaten, präsentiert in AR auf dem iPad. Zugang für alle im Raum: ein QR-Code.
ERGEBNIS: Fördermittelzusage noch im selben Sommer, per Handschlag. Das Modell ist seitdem das zentrale Kommunikationsmittel des Projekts, inzwischen in der nächsten Ausbaustufe.
Entscheider überzeugen, bevor Hardware existiert
DIEGOSat befand sich in einer sehr frühen Konzept- und Vorplanungsphase. Ein belastbares visuelles Referenzmodell existierte nicht: Die Datenbasis beschränkte sich auf grobe CAD-Daten einzelner Subsysteme, Skizzen und Funktionsbeschreibungen. Zentrale Komponenten lagen noch vor dem Design-Freeze. Und bis bei einem Satellitenprojekt reale Hardware entsteht, vergehen Jahre.
Gleichzeitig standen Gespräche auf politischer und institutioneller Ebene an: Entscheider ohne tiefen technischen Detailzugang, mit hoher Erwartung an Plausibilität und Professionalität. Statische Renderings oder Illustrationen hätten keine dialogfähige Erklärung ermöglicht. Gebraucht wurde ein Modell, das Systemarchitektur, Nutzlast-Logik und Gesamtfunktion in wenigen Minuten vermittelt und Finanzierungsreife signalisiert.
Ein geschlossenes Modell statt vieler offener Fragen
viSales setzte den Satelliten als vollständig geschlossenes, realitätsnahes OpenUSD/USDZ-Modell um. Fehlende Baugruppen wurden auf Basis vergleichbarer Erdbeobachtungs- und Kleinsatelliten extrapoliert. Alle Annahmen zu Struktur, Thermalverhalten, Schutzfolien und Systemintegration wurden mit den Technikern von Astrofein abgestimmt.
Der Fokus lag auf einer konsistenten Gesamterscheinung statt auf Detaildiskussion einzelner Subsysteme: hoher geometrischer Detailgrad, realistische Materialien, klare Systemgliederung. Präsentiert wurde das Modell in Augmented Reality auf dem iPad, ergänzt um eine Android-Fallback-Variante. Bewusst betrachtend, ohne Interaktionslogik: Stabilität und Fokus vor Effekt.

Das Konzeptmodell: QR-Code scannen und den Satelliten in AR auf dem eigenen Gerät erleben.
Das Modell war von Beginn an so angelegt, dass es direkt für Renderings und spätere Animationssequenzen nutzbar ist. Eine Investition, drei Medienkanäle.
Der Einsatz: DLR-Pitch-Event in Köln, Ministerpräsident inklusive
Der erste Einsatz erfolgte beim Pitch-Event des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln, vor politischen Entscheidern auf Landesebene und Vertretern der europäischen Raumfahrt. Der Zugang zum Modell: ein QR-Code auf einem Teppich. Wer ihn scannte, hielt den Satelliten in AR in der Hand, vom Ministerpräsidenten bis zum Astronauten.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, zwei ESA-Astronauten und Mitarbeiter von Astrofein und ESERO beim DLR-Event in Köln, direkt nach dem AR-Pitch. Der Zugang zum Satelliten: der QR-Code auf dem Teppich.
Anschließend wurde das Modell mehrfach in weiteren Gesprächen genutzt. Renderings aus dem Projekt bildeten die visuelle Grundlage für Pressemitteilungen und die erste Projektwebsite: → diegosat.de
Das Ergebnis: Zusage per Handschlag noch im selben Sommer
Die Förderzusage für die Machbarkeitsstudie fiel noch im Sommer der ersten Präsentationen: zunächst per Handschlag, die formale Bewilligung folgte dem Verwaltungsweg. Inzwischen geht es um die nächste Stufe, eine Projektphase im Millionenvolumen. Auch dort ist die Visualisierung das zentrale Kommunikationsmittel.
Das Modell ersetzte abstrakte Beschreibungen durch räumliches Verständnis. Statt zu erklären, wie der Satellit aussehen wird, konnte Astrofein ihn zeigen.
Arbeiten im Projekttakt: Datenupdate in drei Tagen
Satellitenprojekte laufen über Jahre, Kommunikationsanlässe kommen kurzfristig. Als eine Konferenz anstand und das Modell den aktuellen Entwicklungsstand zeigen sollte, lieferte viSales das Datenupdate in drei Tagen. Genau dafür ist der OpenUSD-Ansatz gebaut: ein konsistenter Datenstand, aus dem sich AR-Modell, Renderings und Animationen ohne Neuaufbau aktualisieren lassen.
Hintergrund: Vom Bildungsprojekt zum Industrieauftrag
Den Erstkontakt vermittelte ein Bildungsprojekt für die ESA-Tochter ESERO Deutschland: viSales visualisierte bestehende Erdbeobachtungssatelliten in AR, ohne App-Installation nutzbar für Veranstaltungen, Schulen und QR-Code-Einsatz deutschlandweit. Qualität, Umsetzungsgeschwindigkeit und technische Robustheit führten zur direkten Weiterempfehlung an Astrofein. Aus einem zeitlich begrenzten Bildungsauftrag wurde ein Industrieprojekt.
Nebenbei ist DIEGOSat auch eine NRW-Geschichte: geleitet von der Ruhr-Universität Bochum, gefördert vom Land Nordrhein-Westfalen, visualisiert in Bochum. Das Projekt ist öffentlich dokumentiert:
→ Pressemitteilung des NRW-Wirtschaftsministeriums
→ Pressemitteilung der Ruhr-Universität Bochum
→ Pressemitteilung der Universität Bonn
Ausblick: Vom Konzeptmodell zum finalen Design
Mit dem Fortschritt des Projekts wächst die Visualisierung mit. Das erste Ergebnis liegt vor: ein Rendering des finalen Designs im Orbit, erstellt auf Basis des aktuellen Entwicklungsstands. Geplant sind darüber hinaus präzisierte Geometrien für das AR-Modell und eine 3D-Animationssequenz. Das bestehende Modell dient dabei als konsistenter Ausgangspunkt für alle weiteren Medien.

Das finale Design von DIEGOSat im Orbit. Rendering von viSales auf Basis des aktuellen Entwicklungsstands.
Für wen dieser Ansatz relevant ist
Der Case zeigt, wie entscheidungsreife 3D-Visualisierung in frühen Missionsphasen Finanzierungs- und Beschaffungsentscheidungen absichert. Der Ansatz eignet sich für Förder-, Konzept- und Vorplanungsphasen in Raumfahrt, Aerospace und Dual-Use: für Startups vor Investoren- und Behördengesprächen ebenso wie für Mittelständler, die erklärungsintensive Systeme in Beschaffungsprozesse bringen.
Vertrauen entsteht dort, wo noch keine Hardware existiert.
Euer Produkt: die nächste Erfolgsgeschichte?
Wenn der Case passt und ihr ähnliche Herausforderungen habt, sprechen wir konkret. Kein Pitch: ein ehrliches Gespräch darüber, was für euer Produkt möglich ist. Astrofein, Polaris und ESA/ESERO haben so begonnen.