Carl Hamm – Visuelle Vertriebskommunikation für Röhrenwerkzeuge
Carl Hamm hat die Technik: Röntgenkammer, patentiertes ZSM-System, internationales Know-how. Aber im Kundengespräch in Dubai oder Johannesburg kam davon nichts an, während die großen Wettbewerber mit professionellen Unterlagen auftraten. Was als Auftrag für eine PowerPoint-Präsentation begann, wurde über drei Jahre zu einem kompletten visuellen Vertriebssystem: Präsentation, Fotos, Videos, 3D, AR, VR-Rundgang, Website, Messegrafiken, Logo und Print. Jeder Schritt baute auf dem vorherigen auf.
Wie aus einem Handschlag eine mehrjährige Zusammenarbeit wurde
Zu Carl Hamm kamen wir über eine Empfehlung, die damalige Hausagentur des Unternehmens war stark in Print und klassischer Werbung, aber für interaktive Vertriebspräsentationen fehlte die Kompetenz. Also wurde viSales ins Gespräch gebracht. Schon beim ersten Termin mit Geschäftsführer und Vertriebsleiter war die Lage klar: In wenigen Wochen stand ein wichtiger Kundentermin an, und das Unternehmen wollte gegenüber großen Marktbegleitern professionell auftreten. Carl Hamm hatte vorher unsere Arbeiten für Somfy und Wavin gesehen. Der erste Auftrag kam direkt per Handschlag.
Was folgte, zeigt wie B2B-Vertriebskommunikation wachsen kann, wenn man Schritt für Schritt eine solide Content-Basis erstellt.
Schritt für Schritt zum kompletten Vertriebssystem
Der erste Auftrag war klar umrissen: eine professionelle Präsentation für einen bevorstehenden Kundentermin. Aber keine gewöhnliche Slideshow. Wir entwickelten eine unserer speziellen interaktiven PowerPoint-Präsentationen, die nicht linear durchgeklickt wird, sondern wie ein Gesprächsleitfaden funktioniert.
Schritt 1: Foto & Video im Werk, die Content-Basis
Bevor eine Präsentation, Animation oder ein VR-Video entstehen kann, braucht man echtes Material. Beim Werksbesuch wurde aus geplanten Aufnahmen echtes Bild- und Videomaterial.
Hinter den Kulissen: Foto, Video und das Werks-Shooting
Für die Präsentation, aber auch für alles was danach kam, brauchten wir echtes Material aus dem Werk. Ich hatte das Werksgelände schon ein paar Mal besucht, für drei Teammitglieder gab es vorab eine Führung, dann die Planung des Drehs. Die Mitarbeiter von Carl Hamm waren von Anfang an dabei. Wenn irgendwo Platz gebraucht wurde oder etwas geräumt werden musste, sprang ein Gabelstaplerfahrer herbei und half. Diese Offenheit machte den Unterschied: Statt gestellter Szenen entstanden echte Aufnahmen aus laufender Produktion, mit echten Menschen an echten Maschinen. Ein besonderes Detail: Für einen späteren Messeauftritt fotografierten wir ein reales ZSM-Rohr direkt auf dem Werksgelände, um es dann mit einem 3D-Modell zu verschmelzen. Dieses Bild zeigt buchstäblich, was das Produkt kann, ohne lange Erklärung. Das so entstandene Bildmaterial, die Videos und die Werksfotos wurden zur gemeinsamen Basis für alle folgenden Formate.
Schritt 2: Der Gesprächsleitfaden in PowerPoint = eine Präsentation, die kein anderer so macht
Vier Folien, dann Pause — ab da führt der Vertrieb das Gespräch. Was folgt, ist kein Slide-Deck: 400 Folien, nichtlinear verzweigt, aber jeder Kunde sieht nur den Teil, der für sein Gespräch relevant ist. Kein AR-Dienstleister baut das, kein 3D-Visualisierer und schon gar nicht kombiniert mit echtem Foto- und Filmmaterial aus dem Werk.
Unser Special: Wenn PPT zum Sales-Helfer wird
Die ersten vier Folien führen den Kunden ein, dann stoppt die Präsentation. Ab dort stellt der Vertriebsmitarbeiter Fragen und verzweigt je nach Interesse des Gegenübers in verschiedene Themenwelten. Für Carl Hamm haben wir die Werksabteilungen als 3D-Modell nachgebaut und daraus die Navigationsstruktur gebaut. Der Kunde sieht also buchstäblich das Werk und wählt, wohin er möchte. Die Präsentation umfasst rund 400 Folien und über 10 von uns produzierte Videos, aber jeder Gesprächspartner sieht nur den Teil, der für sein spezifisches Gespräch relevant ist. Zuerst entstand die englische Version für den internationalen Einsatz, später kam die deutsche Fassung dazu. Das Ergebnis war sofort spürbar: Als mittelständisches Unternehmen professionell auf Augenhöhe mit internationalen Großkonzernen aufzutreten, war ein echter Durchbruch. Erste Aufträge folgten, mit den branchenüblichen Vorlaufzeiten.
Schritt 3: 3D-Animation und Augmented Reality
Fotos und Videos zeigen was man sehen kann. Das ZSM-System funktioniert aber gerade weil man von außen nicht sieht, was innen passiert. Die Lösung: ein Röntgenblick ins Produkt via 3D-Animation, direkt aus den CAD-Daten.
Wie der Röntgenblick ins Produkt entstand
Auf Basis der CAD-Daten von Carl Hamm bauten wir ein 3D-Modell des ZSM-Systems und erstellten daraus eine Animation, die genau diesen Blick ins Innere zeigt. Was in einem Kundengespräch früher viele Worte brauchte, war jetzt in Sekunden klar. Ein Nebeneffekt dieser Arbeit: Die 3D-Animation ließ sich direkt als AR-Erlebnis für iPhone, iPad und Apple Vision Pro aufbereiten. Damit entstanden QR-Codes für Messewände, Prospekte und Rollups. Wer den Code scannt, sieht das ZSM-System in Augmented Reality, direkt auf dem Tisch oder in der Hand. Auf der Website von Carl Hamm ist die Animation als Scrollytelling eingebunden. Das gleiche Asset, ein weiteres Mal genutzt. Zu den Rollups mit AR-QR-Code gibt es ein eigenes Fallbeispiel-Video.
Schritt 4: VR-Rundgang, das Werk auf jede Messe mitnehmen
Irgendwann reicht es nicht mehr, über das Werk zu reden. Man muss es zeigen. Der virtuelle Werksrundgang macht genau das: In drei bis fünf Minuten eine komplette interaktive Werksführung, egal ob in Essen, Johannesburg oder auf einer Messe im mittleren Osten.
Die ganze Geschichte hinter dem VR-Rundgang
Bei einem Besuch auf dem Werksgelände zeigte ich dem Geschäftsführer Probeaufnahmen, die wir zusätzlich zu den beauftragten Videos gedreht hatten: VR180-Aufnahmen aus der Schweißabteilung, dreidimensional, in 8K. Ich hatte vorher gesagt: “Vertrau mir, schau es dir an.” Er setzte die Meta Quest 3 auf. Sein Vertriebsleiter war im Nebenbüro, seine Frau gerade im Haus, ein weiterer Kollege auch. Die vier schauten sich die Videos an. Danach war klar: Das wollen wir haben. Das Ziel war konkret: Für eine Messe in Südafrika das Werk buchstäblich mitnehmen zu können. Ein vollständiger, interaktiver, virtueller Rundgang über das Firmengelände in Essen, von der Drohnenaufnahme bis in die Schweißhallen, in 3D und 8K mit 3D-Audio. Startpunkt ist eine Vogelperspektive des Werks als 3D-Modell, von dort kann man per Controller in einzelne Produktionsbereiche springen. Heute sind vier Brillen im Einsatz: zwei in Essen, zwei in Johannesburg. Von dort gehen sie auf internationale Fachmessen. In drei bis fünf Minuten eine komplette Werksführung geben zu können ist auf einer Messe ein unschlagbarer Vorteil.
Schritt 5: Website, 3D-Logo, Messegrafiken und Print
Was als PowerPoint-Auftrag begann, lag am Ende als vollständiges Vertriebssystem auf dem Tisch. Jeder neue Auftrag baute auf dem vorherigen auf, weil die Content-Basis bereits vorhanden war.
Wie der Schneeballeffekt entstand
Nach der Präsentation, den Videos und den AR-Elementen kam die Frage, die ich nicht erwartet hatte: “Könntet ihr euch vorstellen, auch unsere Website zu machen?” Ich bat um Bedenkzeit, fragte mein Team, das ja schon vor der Zeit bei viSales Berufserfahrungen gesammelt hatte, und sagte dann zu. Auch wenn klassische Website-Projekte bis dahin nicht unser Kerngeschäft waren: das Know-how war im Team. Parallel dazu meldete sich der Kunde mit einem anderen Anliegen: Das bestehende Logo gefiel nicht mehr. “Sieht nicht nach einem Rohr aus.” Da wir zu dem Zeitpunkt schon 3D-Modelle und Animationen für Carl Hamm erstellten, war der nächste Schritt naheliegend: Das neue Logo gleich als 3D-Element umsetzen, bereit für AR, VR und digitale Zukunft. Dazu kamen Messegrafiken, Rollups, Druckmaterialien. Was als PowerPoint-Auftrag begann, lag am Ende als vollständiges Vertriebssystem auf dem Tisch: Präsentation, Fotos, Videos, 3D, AR, VR, Website, Logo, Messe, Print.
Was dieser Case zeigt
Carl Hamm ist bei uns kein Einzelfall, er ist ein Beispiel dafür, wie B2B-Vertriebskommunikation wachsen kann, wenn man einmal anfängt. Kein großes Budget vorab, kein Masterplan für drei Jahre. Ein konkretes Problem, eine Lösung, und dann öffnet die Lösung die Augen für das nächste Problem.
Jedes Format baute auf dem vorherigen auf: Das Bildmaterial aus dem Werk wurde zur Grundlage für Präsentation, Animation, AR und VR. Die 3D-Daten für die Animation wurden zu AR-Assets.
→ Augmented Reality im B2B-Vertrieb: WebAR, Messe, Konfiguratoren
Das Vertrauen aus der Zusammenarbeit führte zur Website, zum Logo, zu den Messegrafiken.
Für mittelständische Industrieunternehmen mit erklärungsbedürftigen Produkten ist das ein übertragbarer Ansatz. Man muss nicht alles auf einmal machen.
Ihr Produkt — die nächste Erfolgsgeschichte?
Wenn der Case passt und ihr ähnliche Herausforderungen habt, sprechen wir konkret. Kein Pitch — ein ehrliches Gespräch darüber, was für euer Produkt möglich ist. Siemens, Somfy, Wavin und Carl Hamm haben so begonnen.