Bitchat: Hochwasser. Kein Netz. Kein Empfang. Und trotzdem verbunden.

Bitchat Gerhard Schr der – viSales

Es war die Nacht, in der das Ahrtal weggespült wurde: Auch in Velbert-Langenberg, wo wir unser Büro hatten, trat der kleine Bach über die Ufer. Kein spektakuläres Fernsehen vor Ort, aber genug, um die halbe Siedlung in Bewegung zu setzen. Während wir den Keller voll und einen Stromausfall hatten - die Stadtwerke haben zur Sicherheit den Strom abgestellt, lief im Ahrtal NIX mehr. Auch das Mobilfunknetz war tot.

Und hier kommt der Punkt, der mich heute nicht mehr loslässt: Warum sind wir so abhängig vom (zentralen) Internet, wenn’s wirklich drauf ankommt?

Heute gibt es eine Lösung, die damals noch nicht bekannt war: Bitchat. Eine neue App von Jack Dorsey, dem Twitter-Gründer. Keine “Social-Media-Plattform”. Kein Facebook- oder LinkedIn-Ersatz. Keine Werbung. Kein Account.

Sondern: Eine Peer-to-Peer-Nachrichten-App, die ganz ohne Internet funktioniert. Wie das geht? Bitchat nutzt Bluetooth-Mesh. Das heißt: Dein Handy wird Teil eines Netzwerks – zusammen mit allen anderen in der Nähe.

SMS-artige Nachrichten springen von Gerät zu Gerät, bis sie ihr Ziel erreichen. (So wie die Idee des Internets mal war… DEzentral) Kein Internet nötig. Kein Mobilfunk. Keine Cloud.

Nur du, dein Gerät – und die anderen Menschen um dich herum.

Warum das wichtig ist?

Weil man sich nicht auf Netzinfrastruktur verlassen kann, wenn’s kritisch wird: Bei Stromausfällen. Bei Flutkatastrophen. Bei lokalen Demos oder politischen Krisen. Oder auch nur in Gebäuden, in denen man „nichts mehr hat“. In Hongkong, Myanmar oder zuletzt im Iran kamen ähnliche Bluetooth-Apps zum Einsatz, um Informationen zu verbreiten, wenn Internetzensur oder Netzsperren das sonst unmöglich machten.

Und nein: Ich glaube nicht, dass wir uns in Deutschland auf einen Umsturz vorbereiten müssen. Aber auf den nächsten Starkregen, ja. Oder den nächsten Stromausfall. Oder den Tag, an dem du dringend jemandem etwas sagen musst – und niemanden erreichen kannst.

Mein Fazit: Installier dir Bitchat. Vergiss es dann.
Und sei dankbar, wenn du’s brauchst.
Seit dem 28.7.2025 im App Store.
Open Source. End-to-End verschlüsselt.
Panikmodus: Daten löschen in 3x Tippen.

„Verbunden ohne Internet“,

das ist kein Werbespruch.

Das ist eine neue Art, in Verbindung zu bleiben, auch wenn alles andere ausfällt. Bitte im iOS-Store auf den Namen achten, da gibt/gab es eine BitChat-App und die richtige BitChat-Mesh-App.

 

 

Diesen Text verfasste ich im Sommer 2025 auf / für LinkedIn und inzwischen war der Stromausfall in Berlin. Zeit also diesen Beitrag nun hier unter Impulse zu kuratieren, dort gibt es auch weitere Beiträge zum Thema Dezentralität, zum Beispiel zu RSS, Fediverse oder einem dezentralen Metaverse-Ansatz.

 

 

Wenn Dich neben solche Impulsen das Thema “Visuelles in der (Vertriebs-) Kommunikation” interessiert…

 

 

Typische Fragen

Wie funktioniert Bitchat ohne Internet?

Bitchat nutzt Bluetooth-Mesh: Das Handy wird Teil eines lokalen Netzwerks mit anderen Geräten in der Nähe. Nachrichten springen von Gerät zu Gerät, bis sie ihr Ziel erreichen – ganz ohne Mobilfunk, WLAN oder Cloud. Die App ist Open Source und End-to-End-verschlüsselt, seit dem 28.7.2025 im App Store verfügbar.

Wann ist Bitchat wirklich sinnvoll?

Bei Stromausfällen, Flutkatastrophen, lokalen Krisen oder in Gebäuden ohne Empfang. Die App ist nicht für den Alltag gedacht, sondern für Situationen, in denen zentrale Infrastruktur ausfällt. Im Ahrtal-Hochwasser 2021 war das Mobilfunknetz komplett tot – genau solche Szenarien sind der Anwendungsfall.

Gibt es ähnliche Bluetooth-Apps bereits im Einsatz?

Ja. In Hongkong, Myanmar und dem Iran wurden vergleichbare Bluetooth-Apps eingesetzt, um Informationen zu verbreiten, wenn Internetzensur oder Netzsperren das sonst unmöglich machten. Bitchat ist die bekannteste aktuelle Umsetzung dieser Idee – entwickelt von Jack Dorsey, dem Twitter-Gründer.

Worauf ist beim Download zu achten?

Im App Store gibt es eine ältere App namens „BitChat” – gemeint ist die „BitChat-Mesh-App” von bitchat.free. Der richtige Name und der direkte Link sind entscheidend, um nicht die falsche App zu laden.