OpenUSD vs. STEP, FBX und glTF: Welches Format gehört in Ihren Vertrieb?

OpenUSD vs. STEP, FBX und glTF: Welches Format gehört in Ihren Vertrieb?
  • STEP bleibt Standard in der Konstruktion, aber im Vertrieb ist es blind: keine Interaktivität, keine Varianten, kein WebAR.
  • OpenUSD kann heute schon aus Siemens NX und Autocad exportiert werden, statisch, aber als Einstieg in eine neue Pipeline.
  • Der relevante Schritt ist nicht der Export, sondern die weitere Verarbeitung: Konfiguratoren, WebAR und digitale Zwillinge aus einer Datei.

Die Formate, aus Vertriebssicht erklärt

STEP gibt es seit über 30 Jahren. Es ist präzise, kompatibel mit fast allem und in jedem CAD-Tool exportierbar. Genau deswegen ist es der Datenaustausch-Standard in der Konstruktion – und wird es wegen der Beharrungskräfte im Markt noch eine Weile bleiben. Aber STEP ist statisch: Es überträgt Geometrie, keine Erlebnisse.

FBX kam aus der Filmbranche. Es kann Animationen und Materialdaten transportieren, ist aber proprietär und verliert bei jedem Formatwechsel strukturelle Informationen. Für Vertriebsanwendungen ist es eine Übergangslösung, keine Grundlage.

glTF ist leichtgewichtig und für das Web optimiert. Es funktioniert gut für einfache Produktdarstellungen, aber ohne Variantenlogik, ohne Szenen-Komposition, ohne Konfiguration. Für erklärungsintensive Industrieprodukte reicht das selten.

OpenUSDUniversal Scene Description – ist das Verbindungsformat. Entwickelt von Pixar, heute von Apple, NVIDIA, Autodesk und Siemens weiterentwickelt. Es kann Szenen, Varianten, Materialien, Animationen und Metadaten in einer einzigen Datei halten. Nicht als Alternative zu STEP – sondern als nächste Schicht darüber.

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OpenUSD kommt aus der CAD-Welt heraus, schneller als viele denken

Das ist der Teil, der viele überrascht: OpenUSD ist heute schon in vielen CAD-Tools integriert. Siemens NX kann OpenUSD exportieren. Autodesk-Produkte ebenfalls. Einfach in den Exporteinstellungen suchen – der Export ist oft schon da.

Das Ergebnis ist zunächst statisch: eine dreidimensionale Beschreibung des Produkts, geometrisch korrekt, mit Materialinformationen. Ein solider Ausgangspunkt.

Was dann kommt, ist die eigentliche Frage: Wer macht aus dieser statischen Datei einen Konfigurator? Wer bringt sie ins WebAR? Wer baut daraus einen digitalen Zwilling?

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Von statisch zu interaktiv, das ist der eigentliche Schritt

Der Export aus dem CAD-Tool ist nicht das Ziel, er ist erst der Anfang. Wer Vertrieb mit OpenUSD ernst nimmt, denkt von Anfang an in Anwendungsfällen: Welche Varianten soll der Konfigurator zeigen? Welche Materialien wählt der Kunde selbst? Soll das Produkt im Raum des Kunden erscheinen – auf dem Handy, ohne App-Download?

Diese Fragen lassen sich mit STEP, FBX oder glTF nicht beantworten. Mit OpenUSD schon – wenn die Pipeline stimmt und jemand weiß, wie er die Datei für den Vertrieb aufbereitet.

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Der ehrliche Vergleich

Kein Format ist universell besser. Aber für Vertrieb, Konfiguration und räumliche Präsentation hat OpenUSD heute die stärksten Argumente:

STEP bleibt in der Konstruktion. Das wird noch Jahre so bleiben – und das ist auch richtig so. Aber wer heute entscheidet, wie er 3D-Daten für den Vertrieb aufbereitet, sollte wissen, wohin die Reise geht.

Was jetzt?

Euer CAD-Tool kann OpenUSD wahrscheinlich schon exportieren. Schaut einfach in den Exporteinstellungen nach: USD, USDZ, USDC oder USDA. Was ihr danach damit macht – Konfigurator, WebAR, digitaler Zwilling – das ist die eigentliche Frage.

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Realitätscheck

OpenUSD ist kein Allheilmittel – und STEP wird nicht von heute auf morgen verschwinden. Die Marktkräfte sind träge: ERP-Systeme, PDM-Workflows und Einkaufsabteilungen hängen seit Jahrzehnten an STEP.

Wer OpenUSD als Masterdateiformat einführt, kämpft intern oft gegen IT-Abteilungen, die keine neuen Formate wollen, und Agenturen, die noch keinen vernünftigen OpenUSD-Export hinbekommen.

Der Export aus Siemens NX oder Autocad klingt einfach – ist es auch, aber nur für statische Dateien. Wer dann Varianten, Materialien oder Interaktivität will, steht wieder vor einer Integrationsaufgabe.

Die Frage ist also nicht ob OpenUSD kommt, sondern wer intern den ersten Schritt macht – und wer dabei begleitet.

→ viSales als OpenUSD-Beratung / Dienstleister
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Typische Entscheiderfragen

Muss ich STEP aufgeben, um OpenUSD zu nutzen?

Nein. STEP und OpenUSD schließen sich nicht aus. STEP bleibt der Standard in der Konstruktion und im Datenaustausch zwischen Ingenieuren. OpenUSD ist eine zusätzliche Schicht – speziell für Vertrieb, Visualisierung und interaktive Anwendungen.

Kann mein CAD-Tool OpenUSD exportieren?

Sehr wahrscheinlich. Siemens NX, Autodesk-Produkte und viele andere CAD-Tools haben OpenUSD-Export bereits integriert. Einfach in den Exporteinstellungen nachschauen – der Export ist oft schon vorhanden.

Was ist der Unterschied zwischen OpenUSD und USDZ?

USDZ ist eine gepackte, schreibgeschützte Version von OpenUSD – optimiert für mobile Geräte und WebAR. OpenUSD ist das offene Basis-Format, USDZ ist das Auslieferungsformat für den Endnutzer auf iPhone und iPad.

Was kostet der Einstieg in OpenUSD für den Vertrieb?

Der Export aus dem CAD-Tool ist in der Regel kostenlos. Die Investition liegt in der Aufbereitung: Materialdefinition, Variantenlogik, Integration in Konfigurator oder WebAR. Das hängt stark vom Produkt und den gewünschten Anwendungsfällen ab.

Warum nicht einfach glTF nutzen?

glTF ist eine gute Wahl für einfache Web-Darstellungen. Sobald Varianten, Szenenkomposition oder Materialkonfiguration ins Spiel kommen, stoßt glTF an Grenzen. OpenUSD wurde genau für diese Komplexität entwickelt – und ist mittlerweile von Apple, NVIDIA und Autodesk als Standard gesetzt.

Realitätscheck

OpenUSD ist kein Allheilmittel – und STEP wird nicht von heute auf morgen verschwinden. Die Marktkräfte sind träge: ERP-Systeme, PDM-Workflows und Einkaufsabteilungen hängen seit Jahrzehnten an STEP. Wer OpenUSD als Vertriebsformat einführt, kämpft intern oft gegen IT-Abteilungen, die keine neuen Formate wollen. Der Export aus Siemens NX oder Autocad klingt einfach – ist es auch, aber nur für statische Dateien. Wer dann Varianten, Materialien oder Interaktivität will, steht wieder vor einer Integrationsaufgabe. Die Frage ist also nicht ob OpenUSD kommt, sondern wer intern den ersten Schritt macht – und wer dabei begleitet.

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