Website der Zukunft: Wenn Browser, KI-Agenten & Spatial-OpenUSD parallele Zugänge werden
„Just as HTML ignited a major computing revolution of the 2D internet, OpenUSD will spark the era of collaborative 3D and industrial digitalization."
Jensen Huang, CEO NVIDIA, SIGGRAPH 2023
Wenn das stimmt, folgt daraus eine einfache Frage: Wie sieht eine Website aus, wenn es zwei HTMLs gibt? Also (2D-)HTML & (3D-)OpenUSD. Vielleicht drei Zugänge zum selben Inhalt – je nach Gerät, Kontext, Mensch:
1. KI-Agent oder KI-Chat-Tools wie Claude.ai & ChatGPT beantwortet Fragen, fasst zusammen, navigiert. Er braucht dafür strukturierten Text, Metadaten, Kontext – aufbereiteten 2D-Content.
2. Klassische Website zeigt Seiten, Bilder, Videos – so wie heute, nur hyperpersonalisierter (?), vielleicht teilweise vom Agenten zusammengestellt? Ergänzt um die Möglichkeit, 3D-Content zu betrachten oder von der Mobil- oder Spatial-Website in einen AR-Modus zu wechseln.
3. Immersive 3D-Umgebung durch die man navigiert, Produkte erlebt, Räume betritt. Kein „2D-Content" mehr, dafür vielleicht eine Voice-KI, die erklärt, was man gerade sieht. Ich denke da die Stufe-5-Spatial-Website "Enviroments".
Wird die klassische Website überflüssig, sobald Chrome, Safari und Edge KI als Kernfunktion integrieren?
Ich glaube nicht, aber sie verändert sich, vom Erlebnis zur Datenquelle. Wer seinen Content dann strukturiert bereitgestellt hat, gewinnt. Nicht wer den größten Rollout-Plan hatte.
Einen unerwarteten Beschleuniger gibt es schon, den Digitalen Produktpass (DPP). Die EU-Pflicht zur strukturierten Produktdatenhaltung klingt nach Bürokratie, sie wird in meiner Wahrnehmung eine unfreiwillige Beschleunigung für KI-ready-Content, 3D-Ausleitung und alle drei Zugangsmodi gleichzeitig. Wer das als Chance begreift, ist früher fertig als der Wettbewerb.
Und genau hier entsteht ein Zeitfenster, eher für den Mittelstand als für Konzerne. Ein Unternehmen mit 50 Produkten kann schneller vollständig strukturiert sein als eines mit 50.000 SKUs im Rollout-Plan. Schnell schlägt groß. Wie so oft.
Die Frage ist nicht: Brauche ich noch eine Website?
Sondern: Für welche dieser Türen bist du heute schon vorbereitet?
Realitätscheck
Mein Text setzt voraus, dass Unternehmen ihren Content strukturieren wollen – und können.
Die Realität: Die meisten Mittelständler haben keine 3D-OpenUSD-Masterdatei, kein PIM, keine strukturierten Produktdaten. Sie haben PDFs, PowerPoints und einen Katalog aus 2019.
Das Zeitfenster existiert, aber es öffnet sich nur für die, die bereits in Bewegung sind. Für den Rest ist „drei Türen aus einer Quelle" keine Chance, sondern eine weitere Aufgabe auf einem vollen Tisch.
Nicht Schnell schlägt Groß.
Sondern Strukturiert schlägt Unstrukturiert.
Das ist die härtere Hürde.
Der Gedanke entstand am 25. Februar 2026 auf der Rückfahrt vom tangere26-Event – danke an SIEMENS für die Einladung. Diese Zeilen sind mein persönlicher Mix aus zwei der vier Arbeitsgruppen: „Immersive Experience" & „Self-Service Website der Zukunft" und dem gestrigen Digital Marketing Kongress-Ruhr-Vortrag von Markus Klöschen "Hat KI schon SEO kaputt gemacht?". Kurzfassung: Nein.
KI @ viSales
Dieser Beitrag ist Teil einer neuen, fortlaufenden Reihe zum Thema KI im Arbeitsalltag.
→ Warum unsere neue Website bewusst viele Texte enthält ( Jan. 2026)
→ Podcast: State of 26: KI-Clawbot-News, Metaverse- & Apple-News ( Febr. 2026)
→ SEO ist tot! Es lebe AEO?
→ Von ‚Glasshole‘ zu ‚KI-Hole‘?
→ Wenn KI zu perfekt wäre, würden wir sie sofort erkennen?
→ Was Deine Website KI-Sprachmodellen sagt & warum das künftig wichtig wird
Weitere Impulse.