NVIDIA Omniverse, eine Einordnung für den Mittelstand
- NVIDIA Omniverse ist eine Plattform, um bestehende 3D-Daten, zum Beispiel aus dem CAD-Bereich, im Unternehmen gemeinsam zu nutzen – gedacht als zentrale 3D-Masterdatei – statt sie für jede Abteilung, Software oder externe Dienstleister neu aufzubereiten.
- Auf Basis von OpenUSD ermöglicht Omniverse paralleles Arbeiten an komplexen 3D-Projekten – konfliktfrei, versionssicher und über unterschiedliche Tools hinweg.
- Für den Mittelstand ist Omniverse vor allem dort relevant, wo 3D-Daten für Planung, Simulation, KI-Training oder Visualisierung langfristig genutzt werden sollen, nicht als Einmal-Asset.
Dieser Beitrag ordnet NVIDIA Omniverse aus Sicht mittelständischer Vertriebs- und Entscheidungsprozesse ein – ohne Buzzwords, ohne Produktversprechen.
Die Omniverse-Toolbox
Omniverse deckt viele unterschiedliche Szenarien ab. In der Praxis zeigt sich jedoch ein klares Muster: 3D-Daten werden nicht einmalig erzeugt, sondern über längere Zeiträume hinweg in unterschiedlichen Kontexten weiterverwendet.
Hilfreich ist der Vergleich mit Microsoft Office. Auch Office ist keine einzelne Software, sondern eine Sammlung spezialisierter Programme wie Word, Excel und PowerPoint, ergänzt um Outlook und weitere Werkzeuge. Jedes Programm hat eine eigene Aufgabe, greift aber auf gemeinsame Daten und Strukturen zurück.
Ähnlich ist Omniverse aufgebaut. Es ist kein fertiges Produkt wie Word oder Excel, sondern eine Toolbox aus verschiedenen Komponenten. Diese unterstützen unterschiedliche Arbeitsweisen rund um 3D-Daten und lassen sich je nach Anwendungsfall kombinieren und erweitern.
Wer verstehen möchte, warum OpenUSD dabei mehr ist als ein Dateiformat und welche strategische Rolle diese Datenstruktur spielt, findet eine vertiefende Einordnung im Beitrag OpenUSD – Geschichte & Strategie.
Warum Omniverse kein Metaverse ist
Der Begriff „Metaverse“ weckt oft falsche Erwartungen. Viele denken dabei an virtuelle Welten, Avatare oder neue digitale Räume, in denen man sich bewegt. Genau das ist NVIDIA Omniverse nicht.
NVIDIA beschreibt Omniverse selbst als eine Art HTML für 3D. Der Vergleich hilft bei der Einordnung. HTML ist keine Website und kein Inhalt, sondern eine technische Grundlage. Sie legt fest, wie Inhalte aufgebaut sind und wie sie zusammenarbeiten.
Genauso funktioniert Omniverse. Es ist keine eigene Welt und kein Ziel für Nutzer, sondern eine Infrastruktur im Hintergrund. Sie sorgt dafür, dass 3D-Daten aus unterschiedlichen Systemen sauber zusammengeführt, weiterverarbeitet und gemeinsam genutzt werden können.
Für Unternehmen heißt das: Omniverse schafft keine neue Realität, sondern Ordnung in bestehenden 3D-Daten. Der Mehrwert entsteht nicht durch Erlebnisse, sondern durch klarere Abstimmung, weniger Nacharbeit und verlässliche Entscheidungsgrundlagen.
Eine vertiefende Einordnung, warum strukturierte 3D-Daten wichtiger sind als der Begriff „Metaverse“, gibt es in diesem Artikel Warum Apple dem Metaverse näher ist als Meta und was OpenUSD damit zu tun hat.
Die Idee von Omniverse
NVIDIA Omniverse ist kein Tool, das man isoliert „einführt“. Es setzt dort an, wo im Unternehmen bereits 3D-Daten existieren und über mehrere Kontexte hinweg genutzt werden sollen. Typischerweise entstehen diese Daten im CAD, werden aber später in Planung, Simulation, Visualisierung oder Präsentation weiterverwendet.
Der zentrale Gedanke ist dabei nicht Darstellung, sondern Koordination. Omniverse schafft einen gemeinsamen Arbeitsraum, in dem alle Beteiligten mit derselben Datenbasis arbeiten. Änderungen werden nicht kopiert oder überschrieben, sondern strukturiert zusammengeführt.
Für Entscheider ist das relevant, weil damit nicht schneller modelliert wird, sondern weil Abstimmungsschleifen, Doppelarbeit und Datenverluste reduziert werden.
Arbeiten mit einer gemeinsamen 3D-Masterdatei
Im Omniverse werden 3D-Daten nicht für jeden Zweck neu erzeugt. Sie bleiben referenzierbar und werden als gemeinsame Grundlage genutzt. Diese Denkweise ähnelt der Idee einer zentralen Produktdatenquelle, erweitert um Geometrie, Varianten und räumliche Informationen.
Das verändert die Zusammenarbeit zwischen Abteilungen. Konstruktion, Simulation und Visualisierung greifen auf dieselbe 3D-Masterdatei zu, ohne sich gegenseitig zu blockieren. Entscheidungen basieren auf demselben Stand, nicht auf unterschiedlichen Exporten. Der Nutzen entsteht weniger durch neue Funktionen, sondern durch Verlässlichkeit im Prozess. Entscheidend ist dabei weniger das einzelne Tool als die zugrunde liegende Struktur der Daten.
Nicht das Rendering entscheidet, sondern die Datenstruktur dahinter.
Aus dieser Perspektive lassen sich die Einsatzmöglichkeiten von Omniverse im Mittelstand auf wenige, klar abgrenzbare Felder reduzieren.
Typische Einsatzfelder im Mittelstand
1. Fotorealistische Darstellung und Varianten (USD-Composer)
Omniverse ermöglicht die fotorealistische Darstellung komplexer 3D-Szenen in Echtzeit. Licht, Materialien und Varianten werden physikalisch korrekt berechnet und lassen sich direkt anpassen. Das ist relevant für Produktkonfiguration, Vorabvisualisierung und Abstimmungen zwischen Technik, Marketing und Vertrieb.
Entscheidend ist dabei das zugrunde liegende Prinzip. Das Produkt existiert einmal als Datenbasis. Varianten sind unterschiedliche Zustände desselben Modells, keine eigenständigen Neuanlagen.
Warum Omniverse kein Grafiktool ist
Zu Beginn des NVIDIA Omniverse stand die fotorealistische Darstellung stark im Vordergrund. Es gab Werkzeuge, die sich explizit an Grafiker richteten und ohne Programmierkenntnisse genutzt werden konnten. In dieser Phase wurde Omniverse teilweise als Alternative zu klassischen Rendering-Tools wie Blender wahrgenommen.
Diese Einordnung greift heute jedoch zu kurz. Die entsprechenden Rendering-Werkzeuge sind inzwischen nicht mehr als klassische Anwendungen verfügbar, sondern nur noch als Sourcecode über GitHub zugänglich. Damit haben sie ihren Charakter als eigenständige Grafiker-Tools verloren und sind Teil der Omniverse-Toolbox geworden.
Wichtig ist diese Verschiebung, weil sie den eigentlichen Fokus von Omniverse verdeutlicht. Omniverse ist kein Werkzeug zum 3D-Modellieren. Es geht nicht darum, Geometrie zu erstellen, sondern darum, bestehende 3D-Daten weiterzuverarbeiten, zu verknüpfen und programmatisch zu steuern. Fotorealistische Darstellung ist dabei ein Ergebnis dieser Datenverarbeitung – nicht der Ausgangspunkt.
2. Planung und Simulation komplexer Systeme
Produktionsanlagen, Fabriken oder Logistikprozesse bestehen aus einer Vielzahl einzelner Komponenten. Im Omniverse lassen sich diese als digitale Zwillinge zusammenführen und in ihrem Zusammenspiel simulieren. Dadurch entsteht ein Gesamtbild, das über einzelne Modelle hinausgeht.
Das ist vor allem dann hilfreich, wenn Anlagen geplant oder umgebaut werden, wenn Abläufe vor einer realen Investition getestet werden sollen oder wenn mehrere Fachbereiche gleichzeitig beteiligt sind. Der Mehrwert entsteht nicht durch Visualisierung, sondern durch das frühzeitige Erkennen von Problemen im System.
Omniverse Cloud: 3D ohne Hochleistungsrechner
Mit Omniverse Cloud (aus der Omniverse-Toolbox) können komplexe 3D-Szenen gestreamt werden, auch auf Geräte mit begrenzter Rechenleistung. Dazu zählen VR-, AR- und XR-Headsets wie die Apple Vision Pro.
Die Berechnung der Szenen erfolgt dabei in der Cloud. Das Endgerät stellt lediglich das Ergebnis dar. So lassen sich auch sehr große oder detaillierte 3D-Modelle nutzen, ohne lokale Hochleistungsrechner vorauszusetzen.
Für Unternehmen bedeutet das, dass dieselbe 3D-Masterdatei nicht nur für Planung, Simulation oder Visualisierung genutzt wird, sondern auch für räumliche Abstimmungen und Entscheidungsprozesse. Komplexe Inhalte werden dort verfügbar, wo sie gebraucht werden – unabhängig vom Arbeitsplatz oder Gerät.
Meine persönliche Einschätzung aus der Praxis (Gerhard Schröder, viSales):
In der Theorie ist Cloud-Streaming für komplexe 3D-Szenen ein überzeugender Ansatz. In der Praxis kann diese Idee jedoch an ganz banalen technischen Hürden scheitern. Eine unzureichende WLAN-Bandbreite oder instabile Netzwerke führen schnell zu Latenzen, ruckelnden Darstellungen oder Verzögerungen in AR- und VR-Szenen. Gerade in Besprechungsräumen, Messeumgebungen oder Werkhallen ist das keine Ausnahme.
Kabelgebundene Verbindungen können dieses Problem zwar entschärfen, führen aber neue Einschränkungen ein. Bewegungsfreiheit geht verloren, Setups werden komplexer und der spontane Einsatz wird erschwert. Damit entsteht ein Zielkonflikt zwischen technischer Stabilität und praktischer Nutzbarkeit.
Aus diesem Grund bevorzugen wir in vielen Projekten einen anderen Ansatz. Statt auf permanentes Streaming setzen wir auf eine saubere 3D-Datenaufbereitung und lokales Rendering auf der Apple Vision Pro. Gerade das neue M5-Modell ist deutlich leistungsfähiger, als viele Anwender erwarten, und kann komplexe Szenen zuverlässig lokal darstellen.
So entsteht aus unserer Sicht oft das Beste aus beiden Welten: eine zentrale, konsistente 3D-Masterdatei auf OpenUSD-Basis und eine performante, stabile Nutzung direkt auf dem Endgerät – ohne Abhängigkeit von Netzqualität oder Infrastruktur.
Ein wichtiger Punkt dabei ist die Datenbasis. Die Aufbereitung der 3D-Daten für die Apple Vision Pro erfolgt ebenfalls auf Basis von OpenUSD. Es ist keine separate Datenstruktur notwendig und kein neuer Workflow erforderlich. Die gleiche 3D-Masterdatei kann sowohl im NVIDIA Omniverse als auch für das lokale Rendering auf der Vision Pro genutzt werden.
Damit stehen sich Cloud-Streaming und lokales Rendering nicht als konkurrierende Ansätze gegenüber. Sie sind zwei Ausspielwege derselben offenen Datenstruktur. Welche Variante im Projekt sinnvoller ist, entscheidet sich nicht technologisch, sondern anhand von Infrastruktur, Nutzungssituation und Stabilitätsanforderungen.
Omniverse-3D-Assets plattformübergreifend einsetzbar machen
Meine persönliche Einschätzung (Gerhard Schröder, viSales):
NVIDIA Omniverse erzeugt beeindruckende Bilder und Simulationen. In der Praxis zeigt sich jedoch ein strukturelles Problem: Viele bestehende Omniverse-Assets wurden in den letzten Jahren nicht nach den aktuell empfohlenen OpenUSD-Standards (Core 1.0) aufgebaut, sondern mit Materialien & Shadern, die ausschließlich im Omniverse funktionieren (z. B. OmniPBR / MDL).
Diese Abhängigkeit ist historisch gewachsen. Mit dem neueren OpenPBR-Standard unterstützt NVIDIA inzwischen offenere Materialdefinitionen. Für bestehende Assets besteht jedoch häufig kein unmittelbarer Anlass zur Umstellung – insbesondere, wenn sie bislang nur in isolierten Omniverse-Umgebungen genutzt wurden.
Wir haben deshalbmit unser OpenUSD-Bridge (Omniverse zu Apple) begonnen, Omniverse-Assets gezielt aus dieser Bindung zu lösen. Technisch geschieht das über einen lokalen Konvertierungsprozess: Eingelesen wird ein bestehendes Omniverse-Asset inklusive der verwendeten Texturen, ausgegeben ein kompaktes USDZ-Modell.
Dieses USDZ ist für Marketing, Visualisierung sowie AR/VR-Anwendungen optimiert – ohne Omniverse, ohne Streaming und ohne proprietäre Shader. Gleichzeitig bleibt es rückwärtskompatibel: Die Inhalte lassen sich weiterhin im Omniverse nutzen. Beim Konvertieren werden zudem UDIM-Texturen erkannt und als GeomSubsets für AR Quick Look vorbereitet.
Für den Vertrieb bedeutet das: Omniverse-Inhalte lassen sich in Augmented Reality auch auf iPhone, iPad oder Apple Vision Pro nativ einsetzen – ohne App-Installation und ohne permanente Verbindung zu leistungsstarker Server-Hardware. Für viele Anwendungsfälle ist das eine praktikable Alternative zum klassischen Pixel-Streaming.
Wenn Sie Omniverse-Assets im Unternehmen nutzen, unterstützen wir Sie sowohl beim sinnvollen Einsatz von NVIDIA Omniverse als auch bei der Weiterverwendung dieser Inhalte außerhalb der Plattform – etwa im Vertrieb, Marketing oder auf Apple-Geräten. Sprechen Sie mich, Gerhard Schröder, gern an. Wir prüfen gemeinsam, wie sich bestehende Inhalte entweder gezielt in Omniverse weiterentwickeln oder in eine OpenUSD-basierte Masterdaten-Strategie einbinden lassen, die unabhängig von einzelnen Tools funktioniert.
3. Training von KI und Robotik in virtuellen Umgebungen
Roboter, autonome Systeme oder Assistenzfunktionen müssen lernen, mit ihrer Umgebung zu interagieren. Im Omniverse findet dieses Training in einer virtuellen Kopie der realen Welt statt, die sich gezielt variieren und wiederholen lässt.
Trainingsläufe können parallel durchgeführt werden, reale Anlagen bleiben unberührt und Fehler entstehen nicht in der Produktion, sondern im Modell. Das beschleunigt Entwicklungsprozesse und reduziert Risiken, insbesondere in frühen Projektphasen.
Hardwareanforderungen: Worüber beim Omniverse oft aneinander vorbeigeredet wird“
Im Zusammenhang mit NVIDIA Omniverse kursieren sehr unterschiedliche Angaben zu Mindest- und Ideal-Hardware. Das liegt weniger an Marketing, sondern daran, dass unter „Omniverse“ sehr unterschiedliche Einsatzszenarien (s.o.) verstanden werden.
Entscheidend ist: Die Hardwareanforderungen unterscheiden sich massiv, je nachdem was konkret genutzt wird – reines Betrachten von USD-Inhalten, KI-Simulation, Rendering oder Streaming auf AR-/VR-Geräte.
Für den Mittelstand heißt das: Hohe Anforderungen entstehen nicht automatisch durch Omniverse, sondern durch den jeweiligen Anwendungsfall. Viele Vertriebs-, Marketing- und Visualisierungsszenarien liegen deutlich unter den oft zitierten „Maximalwerten“.
Wir haben die offiziellen Anforderungen daher nach Nutzungsszenarien getrennt zusammengefasst, um diese Unterschiede transparent zu machen. (Grundlage dieser Einordnung sind die offiziellen Systemanforderungen von NVIDIA, getrennt nach Nutzungsszenarien.)
USD-Composer (USD-Inhalte anschauen/rendern)
Minimum: CPU: Intel i7 der 7. Generation oder neuer mit 4 Cores, AMD Ryzen mit 4 Cores, RAM: 16GB, (Speicher verfügbar): 50GB SSD, GPU: GeForce RTX 2070, 8GB VRAM
Good: CPU: Intel i7 der 7. Generation oder neuer mit 8 Cores, AMD Ryzen mit 8 Cores, RAM: 32GB, (Speicher verfügbar): 500GB SSD, GPU: RTX A5000, 24GB VRAM
Ideal: CPU: Intel i7 der 7. Generation oder neuer mit 16 Cores, AMD Ryzen mit 16 Cores, RAM: 64GB oder mehr, (Speicher verfügbar): 1TB M.2 SSD oder mehr, GPU: 2x+ RTX A6000 (Multi-GPU), 96GB VRAM
Spatial (Pixel) Streaming (Apple Vision Pro/iPad Pro)
Minimum für iPad-Streaming: CPU: AMD Ryzen 16 Cores,32 Threads Threadripper Pro 5955WX(Zen3), RAM: 128 GB, Boot Disk: 1-2TB M.2 NVMe, GPU: RTX 6000 Ada, 48GB VRAM, Network Interface: 1000 Mbps
Minimum für Apple Vision Pro--Streaming: CPU: AMD Ryzen 16 Cores,32 Threads Threadripper Pro 5955WX(Zen3), RAM: 128 GB, Boot Disk: 1-2TB M.2 NVMe, GPU: 2x RTX 6000 Ada, 96GB VRAM
Network Interface: 1000 MbpsIsaac Sim (Entwickeln/Simulieren/Testen von KI Robotern/Digital Twins)
Minimum: CPU: Intel i7 der 7. Generation oder neuer mit 4 Cores, AMD Ryzen 5 mit 4 Cores, RAM: 32GB, (Speicher verfügbar): 50GB SSD, GPU: GeForce RTX 4080, 16GB VRAM
Good: CPU: Intel i7 der 9. Generation oder neuer mit 8 Cores, AMD Ryzen 7 mit 8 Cores, RAM: 64GB, (Speicher verfügbar): 500GB SSD, GPU: GeForce RTX 5080, 16GB VRAM
Ideal: CPU: Intel i9 der X-Series oder höher mit 16 Cores, AMD Ryzen 9 Threadripper, oder höher mit 16 Cores, RAM: 64GB oder mehr, (Speicher verfügbar): 1TB NVMe SSD, GPU: RTX Pro 6000 Blackwell, 48GB VRAM
Erweiterbar statt festgelegt
Omniverse ist modular aufgebaut. Unternehmen können eigene Erweiterungen entwickeln, um konkrete Anforderungen abzubilden. Dazu gehören zum Beispiel Schnittstellen zu realen Maschinen, Datenströme aus der Produktion oder spezielle Analysewerkzeuge.
Wichtig ist dabei nicht die technische Offenheit an sich, sondern die Möglichkeit, bestehende Prozesse schrittweise anzubinden. Omniverse zwingt keine neue Arbeitsweise auf, sondern verstärkt bestehende, wenn sie auf einer gemeinsamen Datenbasis aufsetzen.
Omniverse ist kein Einstieg in 3D, sondern ein Verstärker für Unternehmen, die ihre 3D-Daten strukturiert nutzen wollen.
Omniverse: Anspruch, Realität und Mittelstand
Der viel zitierte „Traum vom Omniverse“ ist für den Mittelstand aktuell nur eingeschränkt realistisch. Nicht, weil die Technologie zu komplex wäre – sondern weil Omniverse keine fertige Software ist, sondern eine Toolbox. Das verbreitete Marketing-Versprechen – „CAD rein, Digital Twin raus“ – greift in der Praxis zu kurz.
Zwischen CAD-Daten und einem nutzbaren Digital Twin liegen Strukturarbeit, Datenlogik, Versionierung und Kontext. Nichts davon entsteht „magisch“. Und nichts davon entsteht ohne Software-Entwickler-Know-how.
Wer Omniverse produktiv nutzen will, braucht genau dieses Know-how:
für Datenpipelines, Automatisierung, Pflege und Anbindung bestehender Systeme. In vielen mittelständischen Unternehmen, etwa im klassischen Maschinenbau, sind diese Kompetenzen intern oft schlicht nicht vorhanden oder nicht frei verfügbar.
Das ist kein Mangel. Aber es ist eine realistische Grenze, die früh benannt werden sollte. Für den Einstieg gilt deshalb: ohne Entwickler – nur mit erfahrenen Partnern. Der entscheidende Punkt liegt ohnehin eine Ebene tiefer.
Nicht Omniverse selbst ist für den Mittelstand relevant, sondern OpenUSD als gemeinsame Datengrundlage, auf der Omniverse aufsetzt. Und genau diese Grundlage gewinnt aktuell an Bedeutung – unabhängig davon, ob Omniverse jemals selbst eingesetzt wird.
Immer häufiger fordern Konzerne im Kontext von Digital Twins, Simulation oder Dokumentation neben der Maschine auch strukturierte 3D-Daten an. Wer dann nur proprietäre CAD-Formate liefern kann, erzeugt Reibung, Kosten und Abhängigkeiten.
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht kann es deshalb sinnvoll sein, einmal bewusst von CAD nach OpenUSD zu konvertieren:
- als neutrale, zukunftsfähige Masterdatei
- als gemeinsame Basis für Engineering, Vertrieb und externe Partner
- als Grundlage, die sich später erweitern lässt, ohne bestehende Daten zu verlieren
OpenUSD erlaubt es, Varianten und Weiterentwicklungen eines Produkts in einer gemeinsamen Struktur zusammenzuführen – ohne jedes Mal neu anzufangen. Das muss man nicht im Detail verstehen, um den Effekt zu nutzen.
Kurz gesagt: Nicht jede Firma braucht Omniverse. Aber immer mehr Firmen profitieren davon, OpenUSD strategisch mitzudenken.
Wenn Du Dir unsicher bist, welche Rolle Omniverse, OpenUSD oder 3D-Daten im Unternehmen spielen sollten, sprech mich gern an – meist lässt sich das schneller klären, als man denkt.
Wenn Du Dich noch nicht sofort festlegen möchten: Im Visual-Sales-Newsletter ordne ich regelmäßig ein, wo OpenUSD, AR und 3D im B2B wirklich helfen – und wo nicht. Weiterführende Einordnung: OpenUSD im Maschinenbau, wie Unternehmen CAD-Daten in der Praxis nutzen.
Dieser Text entstand im Rahmen meiner Vorbereitungen für eine Seite zum Thema OpenUSD für Entscheider und wird in Zukunft auf der neuen Seite unter "Weitere Infos" als Longread angeboten werden. Er vertieft bewusst einen technischen Aspekt, der im Entscheidungskontext häufig verkürzt oder missverstanden wird: die Rolle von NVIDIA Omniverse im Zusammenspiel mit OpenUSD.
Meine Beiträge richten sich explizit an Marketing- und Verkaufsleiter, die in mittelständischen Unternehmen gemeinsam Verantwortung für Vertriebswirkung, Investitionen und Entscheidungsfähigkeit tragen. Im Newsletter führe ich sie anhand realer Kundenprojekte weiter.