„PowerPoint ist tot!“

„PowerPoint ist tot!“

Das sagte vor ein paar Tagen ein Start-up-Gründer hier in Velbert zu mir. Bei einer Tasse Tee, mit der Gewissheit, gerade eine Wahrheit ausgesprochen zu haben.

Ich nickte. Nicht, weil ich zustimmte, sondern weil mir klar war, dass diese Diskussion gerade in die falsche Richtung läuft. Denn wir sprachen nicht über dasselbe Problem:

1: Was Entscheider wirklich ablehnen

In vielen Artikeln und Gesprächen wird behauptet, Entscheider hätten Präsentationen grundsätzlich satt. PowerPoint sei das Symbol für Stillstand, Bürokratie, gar Zeitverschwendung!

Die Beobachtung stimmt, aber die Schlussfolgerung nicht. Abgelehnt wird nicht das Medium. Abgelehnt wird ein Präsentationsmodus, der Entscheidungen ersetzt, statt sie zu ermöglichen.

Mit anderen Worten:
"Niemand möchte totpräsentiert werden, wenn eigentlich eine Entscheidung ansteht."

Das zeigen auch Studien seit Jahren, etwa von Harvard Business Review und McKinsey. Sie sprechen nicht von „Slides“, sondern von mentaler Beteiligung, Erwartungsbruch und Co-Creation: Die populäre Verkürzung daraus lautet trotzdem: Weg mit PowerPoint. Das greift zu kurz.

2: Das eigentliche Problem ist nicht das Format

In der Praxis sehe ich zwei Extreme: lineare Folienschlachten ohne Entscheidungspfad ODER „Anti-Deck“-Meetings ohne Struktur, Anschluss oder Verbindlichkeit. Beides führt zum gleichen Ergebnis: Gute Gespräche, nette Energie, aber keine Entscheidung.

Was fehlt, ist keine neue Oberfläche, sondern eine Entscheidungsarchitektur, die Orientierung gibt, ohne zu bevormunden. Genau hier setzen interaktive und räumliche Präsentationssysteme an: nicht als Vortrag, sondern als Navigationsraum für Gespräche.

Nicht zufällig arbeiten wir bei viSales seit Jahren genau daran: Interaktive Präsentationen und Spatial Presentation. Diese Formate sind kein „besseres PowerPoint“. Sie sind ein anderes Rollenverständnis von Präsentation.

3: Die unbequeme Wahrheit

Die These „PowerPoint ist tot“ funktioniert so gut, weil sie ein bequemes Feindbild liefert. Sie entlastet davon, sich mit der eigentlichen Frage auseinanderzusetzen: Wie machen wir Entscheidungen möglich… im Gespräch und danach?

Meine Frage bei einer Tasse Earl Grey:
Wenn Entscheider keine Präsentationen mehr wollen… warum ersetzen wir sie dann so oft durch Gespräche, die noch weniger Entscheidungsfähigkeit hinterlassen?

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