Frohe Weihn-AR-chten, 2025er Edition

Frohe Weihn-AR-chten, 2025er Edition
Szenisches Rendering zu unserer Weihnachtslandschaft, kein KI-Bild

Auch in diesem Jahr möchte ich das Newsletter-Jahr mit einem Weihnachtsspecial abschließen. Und wie immer hat das Team von viSales dafür deutlich mehr Energie aufgewendet, als man für eine Weihnachtskarte eigentlich sollte.

Aber gut – bei uns heißt „Weihnachtskarte“ inzwischen: Animation, Storytelling und ein USDZ-Demo, das eigentlich ein eigenes Projekt sein könnte. Wie schon im letzten Jahr stellen wir dieses kleine AR-Erlebnis in der aktuellen Ausgabe des „Visual Sales“-Newsletters vor.

Ein Schneemann hüpft durch eine Winterlandschaft

Die Grundidee war simpel: ein kleiner Schneemann, der durch eine Winterlandschaft hopst. Nach Tannenbaum-Konfigurator und Winter-AR-Portal sollte dieses Jahr aber etwas mehr passieren – mehr Bewegung, mehr Geschichte, mehr „Augenzwinkern“.

Im internen Projekt-Chat, in dem jede und jeder Ideen beisteuern konnte, entstand schnell eine bunte Sammlung an Szenen. Besonders unsere langjährige Teamassistenz Steffi Drensek hatte einen Lauf und ergänzte den Feed um herrlich schräge Ideen, die sofort in die Animationsliste wanderten. Am Ende stand ein Mini-Abenteuer, das man als AR-Erlebnis gar nicht anders als mit einem Lächeln wahrnehmen kann.

Was in der Animation passiert

Probiere die AR-Weihnachtskarte jetzt aus: Einfach mit iPhone oder iPad den QR-Code scannen und die Winterlandschaft erscheint direkt auf deinem Tisch. Kein Download, keine App. Nur ein Schneemann auf Mission.

Unser Schneemann beginnt seine Reise ausgesprochen optimistisch….

Kaum steht die kleine Winterlandschaft auf dem Tisch, ein Quadrat von rund vierzig Zentimetern, das so tut, als sei es ein ganzer Wald, da taucht ein Schneemann auf. Zwei Tannen scheinen ihm höflich zuzunicken? Natürlich grüßt er nicht, Schneemänner sind eher wortkarge Kollegen. Sobald er die Mitte erreicht, passiert etwas Merkwürdiges: Die Landschaft selbst setzt sich in Bewegung.


Nicht der Schneemann wandert – die Welt rutscht unter ihm hinweg, als hätte sie entschieden, dass sie heute lieber selbst spazieren geht. Unser Held nimmt es gelassen. Animation ist schließlich Schicksal in Frame-Form.

Am Wegesrand ragt als erstes ein Paar schwarzer Stiefel aus einer Schneewehe. Der Rest von Weihnachtsmann steckt kopfüber darin. Man kann es als Warnung vor Verkehrsunfällen bei Glatteis lesen oder als slapstickhaften Zwischenfall, unser Schneemann entscheidet sich für höfliches Ignorieren und hüpft weiter. Manche Dinge erklärt man zu Weihnachten besser nicht.

Kurz darauf heult ein Fuchs im Vorbeilaufen. Kein dramatisches Heulen, eher ein „Ich war auch im Storyboard, bitte bemerken Sie mich!“. Er rennt, bevor jemand nachfragt.

Wenige Meter später geraten zwei Hasen in einen sehr einseitigen diplomatischen Austausch. Sie bewerfen sich abwechselnd mit Schneebällen, und beiden ist anzusehen, dass sie dieses Ritual schon seit mehreren Wintern pflegen. Unser Schneemann gibt ihnen eine faire Chance, die Lage zu deeskalieren, doch beide ignorieren ihn – Tradition ist Tradition.

Schließlich endet die Reise an einer Blockhütte. Vor der Tür steht ein Weihnachtsbaum, der sich sichtlich Mühe gibt, fotogen zu wirken.

Darunter liegen Geschenke, und daneben lungern zwei von unseren notorischen Weihnachtshasen – jene Sorte, die immer so aussieht, als hätten sie gerade etwas angestellt und würden hoffen, dass niemand es merkt.

Der Schneemann bleibt stehen, atmet tief durch (so tief man eben als Schneemann atmet) und weiß: Das Ziel ist erreicht.

Und ja – er hätte gern eine Tasse heißen Tee. Earl Grey. Hot. Aber das ist leider auch nicht animiert.

Das Projekt-Team:
Eine 3D-Grafikerin,
ein USDZ-Padawan
und sein Jedimeister

Die eigentliche Umsetzung sollte in gerade einmal vier Wochen fertig werden – ein sportlicher Zeitplan, wenn man bedenkt, dass der verantwortliche Praktikant Lucas Becker an genau diesem Tag seinen ersten Arbeitstag hatte.

In den beiden Bewerbungsgesprächen in einem Café am Bermuda-Dreieck von Bochum hatte ich zwar enthusiastisch über OpenUSD gesprochen, aber Lucas hatte bis dahin keinerlei Berührung damit gehabt. 

Blender? Ja.
Unreal? Auch ja.
USDZ? Noch nie gehört.

Ein idealer Moment also, um jemanden ins kalte Schneewehenwasser zu werfen.

Damit er nicht völlig schutzlos durch die Tiefen der 3D-Dateistrukturen treiben musste, stellte ich ihm unseren OpenUSD-Spezialisten Thomas Kumlehn zur Seite – jemanden, der seit fast acht Jahren mit USD-Technologie arbeitet und jeden Layer, jedes Prim und jede kryptische Fehlermeldung vermutlich im Schlaf erkennt.

Wenn Lucas der verdutzte Padawan war, dann war Thomas eindeutig der Jedimeister, der weiß, wo der Pfad entlangführt… und wo man besser nicht klickt.

Unterstützt wurden die beiden von Miranda Guerriero aus unserem 3D-Designteam. Sie steuerte nicht nur Inhalte bei, sondern sorgte mit ihrem Blick für Form, Licht und Farbe dafür, dass aus „funktioniert“ auch „sieht gut aus“ wurde – ein Unterschied, den man in AR erstaunlich deutlich merkt.

Gemeinsam bildeten sie ein Projektteam, das so nicht geplant war, aber genauso funktionierte: ein erfahrener Meister, eine Designerin mit ruhiger Hand – und ein Padawan, der innerhalb kürzester Zeit USDZ-Erfahrungslevel sammelte, als würde er dafür XP-Punkte bekommen.

Und genau damit wollten wir auch ein stilles Statement setzen:

Kann ein kleines Team heute in erstaunlich kurzer Zeit marktreife AR-Erlebnisse bauen, selbst wenn Mitglieder vorher noch nie mit USDZ gearbeitet haben. Ohne eine einzige Zeile App-Code, ohne Vorerfahrung in USDZ, ohne Spezialhardware ala NVIDIA Omniverse?

Antwort: Mehr, als viele Entwicklerinnen und Entwickler glauben, selbst mit einfachen Mitteln. Man nehme 3D-Design, OpenUSD und ein bisschen Mut, rühre einmal kurz mit dem Schneebesen, und fertig ist eine weihnachtliche USDZ-Demo.

Zum Nikolaus haben wir deshalb nicht nur die drei früheren Weihnachtsprojekte kostenlos auf GitHub veröffentlicht – mit diesem Newsletter haben wir auch die aktuelle Projektdatei dort hochgeladen. Ein Geschenk an alle, die Freude an 3D, AR oder einfach an guter Technik-Spielerei haben.

Und wer wissen möchte, wie viel Technik, Trial-and-Error und echtes Teamwork in dieser winterlichen Schneemann-Mission stecken: Wir haben ein kleines Making-of aufgenommen. Dreißig+ Minuten USDZ, Apple-AR, Produktionshumor – und ein Praktikant, der innerhalb eines Monats gelernt hat, wofür man einen Layerstack wirklich braucht.

Was dieses Projekt eigentlich beweist

Diese kleine Winterlandschaft ist mehr als eine Spielerei mit einem hüpfenden Schneemann. Sie zeigt, wie 3D- und AR-Inhalte heute ineinandergreifen – nicht als Einzeldisziplinen, sondern als zusammenhängender Entwicklungsweg, der mit jeder Stufe stärker wird.

Für viele Unternehmen wirkt AR noch wie ein „Sonderprojekt“, ein Glitzerstern, der neben dem Tagesgeschäft blinkt. Aber genau das stimmt nicht mehr.

Die Realität 2025 sieht so aus:

  1. Aus CAD-Daten werden zuerst Renderings für Websites & Co.
  2. Daraus entstehen Animationen für Videos.
  3. Diese Animationen bilden die Grundlage für interaktive AR-Erlebnisse.
  4. Und aus diesen AR-Bausteinen lassen sich schließlich Simulationen für Digital Twins entwickeln.

Man könnte sagen: 3D-Content entwickelt sich heute wie ein Weihnachtsbaum – Schicht für Schicht, Stockwerk für Stockwerk, bis oben die Spitze leuchtet. Und AR ist nicht die Spitze, sondern die natürliche dritte Etage.

Was diese Weihnachtskarte also wirklich zeigt:

  • Die Technik ist reif.
  • Der Workflow ist reif.
  • Und AR ist längst kein Soloabenteuer mehr, sondern Teil eines durchgehenden 3D-Entwicklungspfads, der für Marketing und Produktteams immer relevanter wird.

Warum das für Marketing & Vertrieb wichtig ist

Wenn ein kleines Team innerhalb von vier Wochen ein vollständiges AR-Erlebnis bauen kann, dann bedeutet das für Unternehmen: 3D-Content ist heute schneller einsetzbar, breiter nutzbar und näher am Alltag der Kunden als je zuvor.

Oder weihnachtlicher gesagt: Wenn schon ein Schneemann in wenigen Wochen laufen lernt, dann kann es Ihr Produkt auch.

Zum Abschluss – und eine Tasse Tee zwischen den Jahren

Es ist auch mein persönlicher Abschiedsgruß als „OpenUSD-Botschafter“ im weihnachtlichen Kerzenlicht. Weniger Technologie, mehr Anwendung & Nutzen. Ab 2026 berichte ich nur noch aus der Sales-Perspektive über Spatial Presentation, aber bevor das Kapitel schließt, wollte ich wenigstens noch einmal einen USDZ-Schneemann loshüpfen lassen!

Weihnachten ist nicht die Zeit für Vertriebsgespräche. Aber falls Sie „zwischen den Jahren“ ein wenig Ruhe haben, vielleicht neugierig geworden sind oder einfach Lust auf einen entspannten Austausch über Spatial Presentation haben: Melden Sie sich gern für eine virtuelle Tasse Tee. Earl Grey. Hot. Wir finden bestimmt einen passenden Slot.

Viele Grüße aus dem Velberter Homeoffice
und danke fürs Mitlesen in diesem Jahr!

Gerhard Schröder

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