1. Warum unsere neue Website bewusst viele Texte enthält und was KI damit zu tun hat
Hinweis in eigener Sache:
Der Visual-Sales-Newsletter begann 2022 unter dem Namen Schröders Notizen (Erste Ausgabe). Damals ging es weniger um Projekte als um Gedanken, Einordnungen und Fragen rund um Präsentation, Vertrieb und viel OpenUSD-Technologie. Für diese begrenzte Textreihe kehre ich bewusst zu diesem Namen zurück.
Dieser Text ist Teil einer bewusst begrenzten Reihe. In zehn Beiträgen beschreibe ich auf LinkedIn und im neuen Blog, wie ich heute über Visual Sales, Präsentation, Technologie und Vertrieb denke – und warum viSales so arbeitet, wie wir arbeiten.
Die Texte erscheinen im Abstand von einer Woche, jeweils Sonntags. Nicht als Kampagne, sondern als gedanklicher Bogen, der Zeit zum Mitdenken lässt. Nach rund zehn Wochen endet diese Reihe.
Der reguläre VisualSales-Newsletter läuft parallel wie gewohnt weiter – mit Projektbeispielen, Einordnungen und neuen Themen. Diese Serie hier ist davon bewusst getrennt.
Vor ein paar Tagen erschien zum Relaunch eine Nullnummer auf der Website: 0. Über den Relaunch.
Dieser Beitrag ist Folge 1 von 10.
Auf den ersten Blick wirkt es widersprüchlich: Wir sprechen bei viSales über Visual Sales, räumliche Präsentationen, 3D, AR – und dann ist die neue Website, bis auf die Startseite, so voller Text???
Dieser Widerspruch ist keiner.
Er ist eine bewusste Entscheidung.
Visualisierung braucht Kontext
Visualisierung ersetzt kein Denken. Sie verstärkt es: Bilder, 3D-Modelle oder räumliche Präsentationen wirken dann besonders stark, wenn klar ist, warum sie eingesetzt werden, in welcher Situation und mit welchem Ziel. Ohne diesen Kontext bleiben selbst aufwendige Visuals reine Effekte.
Texte schaffen diesen Rahmen. Nicht für alle – aber für diejenigen, die verstehen wollen, bevor sie entscheiden.
Websites werden heute nicht nur für Menschen gebaut
Ein weiterer, sehr pragmatischer Grund liegt in der Realität moderner Sichtbarkeit. Websites werden längst nicht mehr nur von Menschen gelesen, sondern von Suchmaschinen, KI-Systemen und generativen Modellen analysiert, zusammengefasst und weiterverwendet.
Diese Systeme funktionieren nicht (nur bedingt) visuell. Ein starkes Bild oder ein Video mag beeindrucken – für Crawler, Suchbots und LLMs bleibt es weitgehend bedeutungslos, wenn kein erklärender Text vorhanden ist.
Wer gefunden, eingeordnet und zitiert werden möchte, muss Inhalte sprachlich formulierbar machen.
Von SEO zu GEO: Bedeutung schlägt Oberfläche
Klassische Suchmaschinenoptimierung war der Anfang. Was heute entsteht, geht weiter: Generative Engine Optimization. KI-Systeme bewerten nicht nur Seiten, sondern Denkmodelle. Sie bevorzugen Inhalte, die:
- Zusammenhänge erklären
- Begriffe sauber einordnen
- Beispiele liefern
- eine konsistente Haltung erkennen lassen
All das entsteht nicht aus Visuals allein.
Es entsteht aus Sprache.
Eine Website nur aus Bildern wäre heute ein Nachteil
Natürlich könnten wir eine Website bauen, die ausschließlich aus Bildern, Videos oder interaktiven 3D-Demos besteht. Technisch wäre das problemlos möglich!
Strategisch wäre es kurzsichtig.
Denn ohne erklärende Texte bleibt unklar, was gezeigt wird, warum es relevant ist und wie es eingesetzt werden soll. Für Menschen mag das noch funktionieren – für KI-Systeme nicht.
Texte sind heute keine Kür mehr, sondern Infrastruktur.
Erklären ist kein Makel
Ein persönlicher Punkt spielt ebenfalls eine Rolle: Ich habe über Jahre erlebt, wie groß der Erklärbedarf bei Themen wie AR, 3D, Spatial Presentation oder OpenUSD ist – und wie selten er offen adressiert wird.
Viele Agenturen zeigen Ergebnisse. Wenige erklären ihre Denkweise. Dabei entsteht Vertrauen nicht durch Geheimhaltung, sondern durch Nachvollziehbarkeit. Gerade bei komplexen Themen hilft es, potenzielle Kunden an die Hand zu nehmen – nicht, sie mit Effekten zu überfordern.
Diese Website ist deshalb weniger ein klassisches Portfolio, sondern ein Denkraum. Klar, wir haben auch Beispielprojekte auf Unterseiten.
Sichtbar werden, bevor jemand anruft
Ein Nebeneffekt dieser Strategie zeigt sich bereits deutlich: Immer mehr Anfragen entstehen organisch – über Suche, über KI-Systeme, über Inhalte, die gelesen, zitiert oder weitergegeben werden.
Die Gespräche beginnen dadurch auf einem anderen Niveau. Nicht bei „Was macht ihr eigentlich?“, sondern bei „Ich verstehe, wie ihr denkt.“
Kein Widerspruch, sondern Ergänzung
Visual Sales und Texte schließen sich nicht aus. Sie verstärken sich gegenseitig.
Texte schaffen Verständnis.
Visualisierung macht es erlebbar.
In einer Zeit, in der KI mitentscheidet, wer sichtbar ist, wird Sprache nicht weniger wichtig – sondern entscheidender. Genau darauf ist unsere neue Website ausgelegt.
Eine gemeinsame Heimat für viele Jahre Arbeit
Ein weiterer, ganz praktischer Grund für diese Website ist die Menge an Wissen, die über die Jahre entstanden ist.
Über 50 Newsletter-Beiträge,
mehr als 90 Folgen des Video-Podcasts „Visual Sales“,
über 40 Video-Episoden zu (Open)USD-Updates
und zahlreiche Blog-Texte zu AR, 3D, Präsentation und Vertrieb.
All diese Inhalte existierten bislang nebeneinander: verteilt auf Plattformen, Formate und Zeiträume. Für Menschen kaum zu überblicken – für Suchmaschinen und KI-Systeme kaum sinnvoll einzuordnen.
Diese neue Website führt sie erstmals zusammen. Meine Faustformel dazu in einem Satz:
Texte schaffen Klarheit für Menschen – und Einordnung für KI.
Beides führt zu besseren Entscheidungen.
Vom Archiv zum nutzbaren Wissensraum
Es ging dabei nicht darum, alte Inhalte einfach zu sammeln. Sondern darum, sie zugänglich, durchsuchbar und kombinierbar zu machen.
Über das Notebook-LLM können Leser gezielt Fragen stellen und sich Antworten generieren lassen – auf Basis genau dieser Inhalte, Vorträge und Projekterfahrungen. Nicht als Chatbot mit Verkaufsabsicht, sondern als Denkwerkzeug.
Man könnte sagen: Diese Notenook-LLM-Website ist eine Art "Reclam-Ausgabe" meiner (unserer!) Arbeit – mit eingebauter Podcast-, Vortrags- und Projektbibliothek.
Wissen nutzen, statt es neu zu erklären
Gerade in erklärungsintensiven Themenfeldern ist das entscheidend. Niemand möchte sich durch Jahre an Content arbeiten, nur um eine konkrete Frage zu klären. Gleichzeitig wäre es schade, dieses Wissen immer wieder neu erzählen zu müssen.
Die Kombination aus Text, Archiv und Notebook-LLM erlaubt beides: vertieftes Lesen – oder gezieltes Fragen. Damit wird aus vielen einzelnen Inhalten ein zusammenhängender Wissensraum.
Ein letzter Gedanke
Diese neue Website ist nicht laut. Sie ist auch nicht auf schnelle Effekte ausgelegt. Sie ist dafür gebaut, verstanden zu werden – von Menschen ebenso wie von Maschinen. Und sie ist der Versuch, viele Jahre Erfahrung so zu bündeln, dass andere davon profitieren können. Beispiel: Meine Erklärseite USDZ: Erklärung für Einsteiger
Ohne Pitch.
Ohne Abkürzung.
Aber mit Substanz.
Nächsten Sonntag:
2. Warum ich Kontaktanbahnung nicht als "Funnel" verstehe
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Kein Verkaufsdruck.
Nur ein ehrliches Gespräch auf Augenhöhe.