Die Featured-Snippet-Falle: Warum Google generisches Wissen schluckt und was dagegen hilft

Die Featured-Snippet-Falle: Warum Google generisches Wissen schluckt und was dagegen hilft
Prä-KI. Foto aus 2012.

Irgendwann 2022 stand ein Artikel von mir auf Platz 1 bei Google. USDZ: So wichtig wie MP3 und HTML, ein Newsletter-Text, der erklärte was dieses merkwürdige Dateiformat eigentlich ist. Platz 1. Ich war stolz!

Dann kamen die Google-Updates mit den KI-Antwortboxen. Und der Artikel verschwand, nicht auf Seite 2, sondern auf Platz 2. Nicht weil er schlechter geworden wäre. Sondern vor allen Dingen weil Google die Frage jetzt selbst beantwortet.

Immerhin wird ein Video von mir direkt als Snippet-Video angezeigt. Das habe ich an einigen Stellen. Da zahlen sich die vielen Jahre YouTube-Videos aus...

„Was ist USDZ?" beantwortet Google in zwei Sätzen oben auf der Seite. Kein Klick nötig. Kein Artikel und kein Gerhard nötig.

Das ist kein Bug, es ist ein Feature. Google optimiert zu RECHT für den Nutzer, nicht für den Content-Ersteller. Wer generisches Wissen aufschreibt, das überall nachgeschlagen werden kann, schreibt früher oder später für die Trainingsdaten von KI-Systemen, nicht für sein eigenes Publikum.

Realitätscheck: Der Ausweg ist nicht besseres SEO "zu generischem Wissen". Der Ausweg ist einzigartiges Wissen, etwas was Google nicht beantworten kann: Fragen, auf die es noch keine Antwort gibt. Terminologie, die noch niemand geprägt hat. Erfahrungen, die noch niemand aufgeschrieben hat.

In meinem Fall an einer Stelle: Die Unterscheidung zwischen nativem USDZ (Apple-zentriert, endgeräteorientiert, kein App-Zwang) und Python-USDZ (NVIDIA Omniverse, systemorientiert, Pipeline-getrieben). Das sind keine offiziellen Begriffe. Die gibt es nicht bei Wikipedia und gibt es nicht in der AOUSD-Dokumentation: Die kommen aus neun Jahren Projektarbeit.

Meine aktuelle Trefferliste. Schon klar: Personalisiertes Ergebnis etc. Aber zwei Videos von mir und ein Link noch zur alten Website am Ende...

Genau diese Unterscheidung kann Google nicht in einer Antwortbox zusammenfassen, weil sie nirgendwo sonst so steht.

Das ist der Weg aus der Falle: Nicht erklären was alle wissen. Sondern aufschreiben was nur du weißt. Erinnert mich an Kerstin Hoffmanns Wissen verschenken. Können verkaufen.

Einfacher gesagt als getan — ich weiß. Aber der erste Schritt ist zu erkennen, dass die Falle existiert. Wer heute noch Artikel schreibt die mit „Was ist X?" beginnen und dann Wikipedia paraphrasieren, arbeitet an seinem eigenen Bedeutungsverlust.

Der zweite Schritt: die eigene Erfahrung ernst nehmen. Was habe ich in Projekten gelernt, das ich nirgendwo nachlesen konnte? Was hat mich überrascht? Was hätte ich gerne gewusst bevor ich angefangen habe?

Das ist der Content, den Google (noch) nicht schluckt.

Ein Gedanke zum Thema KI im Arbeitsalltag.

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