AR-basiertes Satelliten-Prototyping zur Entscheidungsunterstützung in frühen Missionsphasen

Vermittlung: ESERO Deutschland (Kooperation ESA, DLR & RUB)
Kunde: Astro- und Feinwerktechnik Adlersdorf GmbH

Ausgangssituation

Im Rahmen eines Bildungsprojekts für ESERO Deutschland visualisierte viSales bestehende Erdbeobachtungssatelliten in Augmented Reality. Ziel war es, komplexe Raumfahrtsysteme ohne App-Installation für Präsentationen, Veranstaltungen und den schulischen Einsatz zugänglich zu machen.

Die Modelle wurden bei öffentlichen Terminen, Fachveranstaltungen und über QR-Codes deutschlandweit eingesetzt. Der Auftrag war ursprünglich zeitlich begrenzt und nicht als industrielles Folgeprojekt geplant.

Übergang zum Industrieprojekt

Die Qualität der Modelle, die Umsetzungs­geschwindigkeit und die technische Robustheit führten zu einer direkten Weiterempfehlung. Daraufhin beauftragte Astrofein viSales mit der Visualisierung eines neuen Satellitenprojekts.

Der Satellit mit dem Projektnamen DIEGOSat befand sich zu diesem Zeitpunkt in einer sehr frühen Konzept- und Vorplanungsphase. Ein belastbares visuelles Referenzmodell existierte nicht.

Zielsetzung

Ziel war es, ein entscheidungsrelevantes 3D-Modell für hochrangige Förder- und Abstimmungsgespräche bereitzustellen. Im Fokus standen politische und institutionelle Entscheider ohne tiefen technischen Detailzugang.

Das AR-Modell sollte Systemarchitektur, Nutzlast-Logik und Gesamtfunktionalität in kurzer Zeit vermittelbar machen. Die Visualisierung war direkt auf Finanzierungssicherheit und Entscheidungsreife ausgerichtet.

Herausforderung

Die vorhandene Datenbasis beschränkte sich auf grobe CAD-Daten einzelner Subsysteme sowie Skizzen und Funktionsbeschreibungen. Zentrale Komponenten befanden sich noch außerhalb des finalen Design-Freeze.

Gleichzeitig fand die Präsentation auf politischer Ebene statt, mit hoher Erwartung an Plausibilität und Professionalität. Statische Renderings oder Illustrationen hätten keine dialogfähige Erklärung ermöglicht.

Lösungsansatz

Der Satellit wurde als vollständig geschlossenes, realitätsnahes AR-Modell umgesetzt. Fehlende Baugruppen wurden auf Basis vergleichbarer Erdbeobachtungs- und Kleinsatelliten extrapoliert.

Annahmen zu Struktur, Thermalverhalten, Schutzfolien und Systemintegration wurden mit den Technikern von Astrofein abgestimmt. Der Fokus lag auf einer konsistenten Gesamterscheinung statt auf Detaildiskussion einzelner Subsysteme.

Umsetzung

Das Modell wurde mit hohem geometrischem Detailgrad, realistischen Materialien und klarer Systemgliederung umgesetzt. Es war so ausgelegt, dass es direkt für Renderings oder spätere Animationssequenzen nutzbar ist.

Die Präsentation erfolgte primär auf dem iPad, ergänzt durch eine Android-Fallback-Variante. Die Nutzung war betrachtend, bewusst ohne Interaktionslogik, um Stabilität und Fokus zu sichern.

Einsatz & Anwendung

Der erste Einsatz erfolgte bei einer Veranstaltung des DLR in Köln. Anwesend waren politische Entscheider auf Landesebene sowie Vertreter der europäischen Raumfahrt.

Das Modell wurde anschließend mehrfach für weitere Gespräche genutzt. Renderings aus dem Projekt dienten als visuelle Grundlage für Pressemitteilungen und die erste Projektwebsite: diegosat.de

Ergebnis

Die Präsentation führte zeitnah zur Zusage der Fördermittel für die erste Planungsphase. Das AR-Modell war klar entscheidungsunterstützend und ersetzte abstrakte Beschreibungen durch räumliches Verständnis.

Für Astrofein wurde es zum zentralen Kommunikationsmittel in der Frühphase des Projekts. Die laufende Planungsphase baut direkt auf dieser Visualisierung auf.

Weiterentwicklung

Für 2026 ist ein Update des Modells geplant, angepasst an den aktuellen Entwicklungsstand. Geplant sind präzisierte Geometrien, zusätzliche Renderings sowie eine 3D-Animationssequenz.

Das bestehende AR-Modell dient dabei als konsistenter Ausgangspunkt für alle weiteren Medien. Der Folgeauftrag ist in Vorbereitung.

Fazit

Der Case zeigt, wie AR-basiertes Prototyping in frühen Missionsphasen Entscheidungsprozesse absichert. Räumliche Visualisierung schafft Vertrauen dort, wo noch keine Hardware existiert.

viSales verbindet 3D-Kompetenz mit domänenspezifischem Raumfahrtverständnis. Der Ansatz eignet sich insbesondere für Förder-, Konzept- und Vorplanungsphasen in der Aerospace-Industrie.

Next-Level Aerospace Pitch: AR statt Slides, Erlebnis statt Erklärung