Wenn Logos auf VR & AR treffen
- 3D-Logos sind die Antwort auf AR & Spatial Computing – Flat-Design wirkt in räumlichen Umgebungen deplatziert
- Logos werden aus allen Blickwinkeln sichtbar: Wie sieht mein Markenzeichen von der Seite – oder von hinten aus?
- Das Metaverse und AR-Brillen machen 3D-Logos zur strategischen Markenentscheidung der nächsten Jahre
Wenigstens seit der Bronzezeit folgen wir Bannern und Wappen in die Schlacht. Im Mittelalter wurde die Lehre der Heraldik zur Kunstform. Und heute... haben wir Landesflaggen, Unternehmenslogos und im Fußball gibts den Vereinsschal zum Lieblingsverein.
Steigen wir ein - wieder mit einer Tasse Tee oder Kaffee
Vor einigen Tagen teilte ich auf LinkedIn ein interessantes Video zum Thema Wieso Logos dem Flat-Design-Trend folgen, dabei verwies ich auf dieses YouTube-Video:
Natürlich ist das der Trend der letzten Jahre, aber es ist wie in der Modeindustrie: Nach Miniröcken kommen irgendwann auch wieder lange Röcke in Mode.
Daher also die Frage:
Wieso sollten Logos wieder "3-dimensionaler" werden?
Es hat mit AR und VR zu tun. Klar, denn dadurch kommt eine neue Aufgabenstellung ins Spiel: Wie sieht mein Logo von der Seite oder gar von hinten aus???
Zur Verdeutlichung habe ich die drei Designer Dajana Menge, Armin Arabi und unseren Auszubildenden Jesse Dickmann aus dem Team der viSales GmbH gebeten drei Logos in 3D zu entwerfen. Und die Kollegin Rhoda Thieves um ein wenig Text-Input zu Branding allgemein. Ich bin gerade zwischen Berlin und Köln "auf der Strecke": Mehr dazu an anderer Stelle.
Ich hoffe, so wird ein wenig deutlich / visualisiert, was die Aufgabenstellung ist? Warum sich Logos vielleicht in den nächsten Jahren wieder wandeln werden?
Warum Flat durch 3D ersetzt wird
2D-Logos wirken in 3D-Umgebungen eher... Flach. Ein greifbarer Becher in so einem Logo wirkt mehr zur virtuellen Umgebung passend. Da braucht es kein Metaverse, selbst in einer AR-Szene (z.B. Snapchat-Filter oder USDZ-Content) wirkt so ein Logo LEBENDIGER und somit auch sicher HOCHWERTIGER.

Ich hatte ja einen Part von Rhoda Thieves zur "Bedeutung von Branding" angekündigt:

Warum Branding?
Nun könnte man meinen, dass in unserer aktuellen Zeit, in der Individualisierung als immer wichtiger angesehen wird, Marken ihre Relevanz verlieren. Doch tatsächlich zeigen Studien das Gegenteil: In der aktuellen Generation der 18- bis 35-Jährigen werden Marken und der Kauf von Markenprodukte mehrheitlich als wichtig und erstrebenswert angesehen.
Aber warum ist das eigentlich so? Menschen neigen in der Mehrheit dazu bei Entscheidungen sich eher für das zu entscheiden, was sie bereits kennen. Wenn wir also vor der Wahl zwischen zwei Produkten stehen, ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher, dass wir uns für das Produkt von der Marke, die wir bereits kennen entscheiden. Wenn wir dann auch noch die Marke mit einem bestimmten Image verbinden, steigt die Kaufwahrscheinlichkeit nochmals deutlich. Zusätzlich steigt die Kaufwahrscheinlichkeit, wenn Andere um uns herum Produkte der Marke bereits besitzen (Stichwort Gruppenzugehörigkeit).
Was bedeutet das also für Unternehmen? Machen wir dazu einen kurzen Ausflug in den (meiner Meinung nach spannendsten) Bereich des Marketings – dem Brandmarketing: Das Ziel von Brandmarketing ist es, mit einer gezielten Marketingstrategie einer Marke ein bestimmtes Image zu verleihen. Man möchte also gar nicht primär ein bestimmtes Produkt verkaufen, sondern viel mehr eine Idee hinter einer Marke.
Dabei ist der zentrale Ausgangspunkt stets das Firmenlogo, denn das Logo ist das Bindeglied zwischen Produkt und Firmenimage. Das Ziel für Marketingstrategen wie mir bei Einführung einer neuen Marke ist dementsprechend, dass:
- Verbraucher das Logo wiedererkennen,
- Verbraucher das Logo mit dem Firmennamen verbinden und
- Verbraucher mit dem Logo positive Werte assoziieren.
Denken wir jetzt einige Jahre in die Zukunft: Das Metaverse hat dafür gesorgt, dass immer mehr Teile des Lebens virtuell stattfinden. Dabei bietet das Metaverse für Unternehmen einen neuen Ort für Marketing und Verkauf. Neue Plattform, aber gleiches Prinzip – mit Hilfe von Firmenlogos kann auch hier die Markenbekanntheit und somit letztendlich die Kaufentscheidungen von Verbrauchern beeinflusst werden. Daher empfiehlt es sich, sich schon heute über das Metaverse und die Erschaffung von 3D-Logos Gedanken zu machen."
Ich fand dazu noch ein schönes Zitat auf Pinterest:
Ein Logo ist ein wunderbarer Anker in den Köpfen.
Diesen "Anker" gilt es in die dritte Dimension zu übertragen. Das hat Armin augenzwinkernd mit einem Logistikdienstleister versucht.
Die Idee mit dem Lastenrad ist jedenfalls eine Diskussion wert, oder?

Unser Auszubildender hatte diese Idee:

Natürlich gibt es diese drei Unternehmen so nicht. Die Vorbilder sind aber sicher erkennbar?
Fazit: Logos werden auf Dauer wieder PLASTISCHER für das "Internet der dritten Dimension"
In zwei Wochen geht es um das Thema "(Remote-) Vertrieb mit 3D-Content", dabei spielt sogar Teams und Powerpoint eine Rolle. Glaubt mir, ich bleibe dem Newsletter-Thema treu. 😉
Viele Grüße aus Velbert
Gerhard Schröder
Typische Entscheiderfragen
Warum brauchen Logos eine 3D-Version für AR?
In AR- und VR-Umgebungen werden 2D-Logos flach und leblos – sie wirken deplatziert in räumlichen Kontexten. Ein 3D-Logo kann aus allen Blickwinkeln betrachtet werden, passt zur Umgebung und strahlt mehr Wertigkeit aus. Mit der zunehmenden Verbreitung von Spatial-Computing-Plattformen wird das zur Markenstrategie-Frage.
Was ist ein 3D-Logo und wie unterscheidet es sich vom Flat-Design?
Flat-Design-Logos sind zweidimensionale, vereinfachte Grafiken – optimiert für Bildschirme. Ein 3D-Logo hat Tiefe, Perspektive und Oberflächen. In Augmented Reality kann es räumlich platziert, beleuchtet und von allen Seiten betrachtet werden. Der Übergang vom Flat-Design zum 3D-Logo ist die natürliche Weiterentwicklung für das „Internet der dritten Dimension".
Wie wird ein 3D-Logo für AR erstellt?
3D-Logos für AR werden in 3D-Modellierungssoftware (z.B. Blender, Cinema 4D, Maya) entworfen und anschließend als USDZ- oder glTF-Datei exportiert. Über AR Quick Look lässt sich das Logo dann direkt im Raum platzieren – ohne App, direkt über den Safari-Browser auf iPhone oder iPad.
Brauchen Unternehmen jetzt schon ein 3D-Logo?
Für Unternehmen, die AR und Spatial Computing bereits im Vertrieb oder Marketing einsetzen – ja. Für alle anderen ist es eine strategische Vorausplanung: Wer frühzeitig ein 3D-Logo entwickelt, kann es über mehrere Jahre in allen Spatial-Touchpoints wiederverwenden und hat einen klaren Wettbewerbsvorteil, wenn Spatial Computing zum Standard wird.