Failure Friday: Sei immer eine Stunde vor deinem Vortrag vor Ort
Mein erster Fachvortrag liegt fast 30 Jahre zurück. Damals sollte ich bei der heutigen Firma BURY "einspringen", mein Verkaufsleiter war kurzfristig ausgefallen. Ich hatte drei Tage Zeit, um vier Stunden Redezeit zu füllen.
Meine damalige Lebensgefährtin Tanja Wicke-Buschmann schrieb mir einen kleinen Mutmach-Zettel*:
„FSE können fliegen!“
FSE = Freisprecheinrichtungen, unser Produkt damals.
Sogar schon mit Sprachsteuerung – sie konnte zwar nur die Zahlen 0 bis 9 verstehen, aber immerhin. Und ich dachte: Wenn die Dinger fliegen können, kann ich das auch. Auf dieser Roadshow habe ich mir angewöhnt: Immer am Vorabend anreisen, den Raum ansehen, Stromanschluss checken, Beamer testen.
Ich war vorbereitet.
Immer.
Bis zu diesem einen Tag...
Viele Jahre später, Vortrag bei Grey in Düsseldorf. Ein Barcamp von Andre Paetzel. Spontane Raumverteilung. Kein Soundcheck. Kein HDMI-Test. Ich wollte improvisieren – „Geht schon irgendwie“. Tat es aber nicht: Der Beamer blieb schwarz.
In der ersten Reihe saß Dr. Kerstin Hoffmann, langte wortlos über den Tisch, steckte den Stecker ein, lächelte –und ich hielt doch noch meinen bebilderten Vortrag. (Das Titelbild stammt von dem Vortrag.)
Was ich gelernt habe: Selbst nach Jahrzehnten im Geschäft lohnt sich Demut vor der Technik. Und: Immer eine Stunde vor Beginn vor Ort sein. War glaube ich ein Ratschlag aus dem Buch "Präsentation für Dummies".
*) Den Zettel habe ich ca. 15 Jahre später in einem Umzugskarton wiedergefunden - Danke Tanja!
Dies war in 2025 mein zweiter Failure-Friday auf LinkedIn. Hier nun unter den Impulsen gesammelt...