10. Was wir 2019 unter „Smarter Sales“ verstanden haben
Rückblick: Smarter Sales, EyeCandy und „weniger reden, mehr zeigen“
„Ihr Partner für visuelle Exzellenz im Vertrieb mit Smarter Sales.
Als spezialisierte Agentur vereinen wir preisgekrönte Visualisierungen für Print, Website und zukunftsweisende Augmented-Reality-Lösungen, um den Vertrieb auf das nächste Level zu heben.“
„Smarter Sales: Mit Spatial Content Kaufentscheidungen für erklärungsbedürftige Produkte beschleunigen und monatelange Dealcycles verkürzen.“
„Weniger reden, mehr zeigen: Animierte 3D-Videos helfen Interessenten, den Nutzen einer abstrakten oder hinter Metall versteckten Technologie zu begreifen.“
(Quelle: eigene Website, ca. 2019)
Diese Zeilen stammen aus einer Zeit vor dem aktuellen Relaunch der Website, vor Corona, vor Remote-Sales als Selbstverständlichkeit, vor Teams-Calls als Standard und lange bevor Begriffe wie Spatial Presentation oder Apple Vision Pro überhaupt eine Rolle spielten.
Im Zuge der Überarbeitung unserer Website habe ich viele dieser alten Texte wieder gelesen. Texte aus einer Phase, in der wir unsere Arbeit bewusst mit Begriffen wie Smarter Sales, EyeCandy und ProduktNUTZENvisualisierung beschrieben haben.
Und ja – das war damals bewusst zugespitzt.
EyeCandy war kein Selbstzweck
Wenn wir 2019 von EyeCandy* gesprochen haben, meinten wir nicht „schöne Bilder um ihrer selbst willen“. Gemeint war visuelle Anziehungskraft als Türöffner.
*) EyeCandy als Begriff begann ich ca. 2011 als Erklärung für meinen damaligen ersten Grafiker Mike zu verwenden. Er hatte sofort die passenden Bilder vor Augen!
In einer Zeit, in der Vertriebsunterlagen immer umfangreicher wurden, Präsentationen immer textlastiger waren und erklärungsbedürftige Produkte immer komplexer wurden, war Aufmerksamkeit ein knappes Gut. Bewegte Bilder, 3D-Animationen oder immersive Videos waren Mittel, um diese Aufmerksamkeit überhaupt erst zu bekommen.
EyeCandy war der Einstieg. Nicht das Ziel.
ProduktNUTZEN visualisieren statt erklären
Der zweite zentrale Begriff war die ProduktNUTZENvisualisierung – mit NUTZEN bewusst in Versalien.
Viele unserer Kunden standen – und stehen – vor demselben Problem:
Ihre Produkte funktionieren hervorragend, aber ihr Nutzen ist schwer erklärbar. Oft liegt er im Inneren einer Maschine, hinter Metall, in Software oder in Prozessen, die man nicht sehen kann. Unsere Aufgabe war es, genau diesen Nutzen sichtbar zu machen. Visuell, nachvollziehbar und möglichst schnell verständlich.
Nicht als Ersatz für das Gespräch, sondern als Unterstützung.
Was sich seitdem verändert hat
Mit Corona hat sich vieles verschoben. Vertriebsgespräche wurden remote, Messen fielen aus oder veränderten sich grundlegend, digitale Präsentationen wurden vom „Nice to have“ zum Alltag. Gleichzeitig haben wir gelernt: EyeCandy allein reicht nicht mehr. Und Visualisierung ohne Kontext überzeugt sowieso nicht dauerhaft. Was heute zählt, ist nicht mehr der Wow-Moment, sondern die Frage:
Hilft diese Darstellung wirklich im Gespräch?
Vom Wow-Effekt zum Gesprächswerkzeug
Unsere Arbeit hat sich deshalb weiterentwickelt.
Statt Aufmerksamkeit um jeden Preis zu erzeugen, geht es heute stärker darum, Gespräche zu ermöglichen, Zusammenhänge einzuordnen und Inhalte situativ abrufbar zu machen. Visualisierung ist schon lange kein Show-Element mehr, sondern ein Werkzeug – im Vertrieb, im Marketing und auf Messen.
Was geblieben ist
Geblieben ist der Kern unserer Arbeit:
komplexe Produkte verständlich machen,
Nutzen sichtbar machen,
visuell denken, bevor man erklärt.
Geblieben ist auch die Überzeugung, dass Zeigen oft wirksamer ist als Reden.
Nicht zufällig steht auf meinem LinkedIn-Profil der Satz: Show, don’t tell in der Header-Grafik. Nur die Art, wie wir das umsetzen – und wie wir darüber sprechen – ist heute eine andere.
Einordnung
Dieser Rückblick erklärt, warum ältere Texte, Begriffe oder Newsletter-Beiträge anders klingen als unsere heutigen Seiten. Sie sind Teil unserer Entwicklung – nicht Widerspruch, sondern Grundlage.
Wir sind vom Wow-Effekt als Türöffner zu Visualisierung als Gesprächs- und Entscheidungswerkzeug gekommen – weil das im heutigen Vertrieb Zeit spart, Rückfragen reduziert und Entscheidungen stabiler macht.
Wer sehen möchte, wie wir heute mit Visualisierung arbeiten: Leistungen.
Schlussnotiz
Diese zehn Texte waren kein Kurs, kein Manifest und keine Anleitung. Sie waren ein Einblick in meine Denkweise – und in die Fragen, die mich in den letzten Jahren im Kontext von VisualSales, Präsentation und Technologie beschäftigt haben.
Nicht alles davon muss man teilen.
Widerspruch ist ausdrücklich erlaubt.
Mir ging es nicht darum, Antworten festzuschreiben, sondern Zusammenhänge sichtbar zu machen. Dinge auszusprechen, über die im Agentur- und Vertriebsumfeld oft nur implizit gesprochen wird. Entscheidungen zu erklären, die sich über Jahre entwickelt haben – nicht über Slides, sondern über Erfahrung.
Mit diesem Text endet diese Reihe Schröders Notizen bewusst. Nicht, weil es nichts mehr zu sagen gäbe, sondern weil Gedanken auch einen Abschluss brauchen.
Wer weiter folgen möchte, findet im regulären Visual-Sales-Newsletter weiterhin Einblicke aus Projekten, Gesprächen und aktuellen Entwicklungen. Diese Staffel hier bleibt als zusammenhängender Gedankengang bestehen.
Danke fürs Mitlesen,
Mitdenken –
und auch fürs Widersprechen!