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title: Wann lohnt sich AR im B2B-Vertrieb? Jana Eva Kopejkinas Literaturrecherche,
  RUB
description: Fast jedes zweite Unternehmen erzielt mit Investitionen in digitale Technologien
  negative Renditen. Jana Kopejkina (RUB) hat untersucht, wann AR im B2B-Vertrieb
  wirkt und wie man das misst.
slug: ar-b2b-vertrieb-kennzahlen-jana-kopejkina-rub
date: 2026-05-25
author: Gerhard Schröder
tags:
- studien
- impuls
- augmented-reality
- vertriebskommunikation
primary_tag: studien
excerpt: 'Jana Kopejkina (RUB) zeigt: AR wirkt nicht überall gleich — sondern vor
  allem bei komplexen Produkten, verteilten Buying Centern und in der Pre-Purchase-Phase.'
canonical: https://visales.de/ar-b2b-vertrieb-kennzahlen-jana-kopejkina-rub.html
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- **AR lohnt sich nur bei hoher Angebotskomplexität, bei Standardprodukten ist es ein teures Zusatzfeature, das den Verkaufsprozess eher behindert.**
- **Jana Eva Kopejkina (RUB) hat in ihrer Hausarbeit systematisch untersucht, wie der Nutzen von AR im B2B-Verkaufsgespräch in der Forschung gemessen wird und welche Kontingenzfaktoren darüber entscheiden.**
- **Das Ergebnis: AR ist kein Verkaufswerkzeug für alle. Es ist ein Präzisionsinstrument für erklärungsintensive Produkte, dezentralisierte Buying Center und die Pre-Purchase-Phase.**

Das ist ein weiterer Artikel aus meiner RUB-Reihe: [Lina Stöhr hat in Teil 1](https://visales.de/ar-b2b-vertrieb-forschungsstand-lina-stoehr-rub.html) die technologischen Grundlagen von AR und den Forschungsstand zum AR-Kontinuum aufgearbeitet. Jana Kopejkina geht einen Schritt weiter: Sie fragt nicht, was AR ist — sondern wann und warum es im B2B-Verkaufsgespräch wirklich einen messbaren Unterschied macht.

[Jana Kopejkina](https://www.linkedin.com/in/jana-kopejkina-982552363/) hat für das Projektseminar von Prof. Dr. Jens Pöppelbuß und Dr. Lisa Drees (Lehrstuhl ISSE, RUB) eine systematische Literaturrecherche durchgeführt: Datenbanken Web of Science, Scopus, Google Scholar, Publikationen 2016–2026. Das ist nicht nur eine Hausarbeit, es ist der Literaturrahmen für die gemeinsame Studie / Sommeraufgabe.

## AR im B2B-Vertrieb messen: Warum Kennzahlen fehlen

Jana startet mit einer Zahl, die ich gerne zitiere: **Schätzungsweise 48 % der Unternehmen erzielen negative Renditen auf ihre Investitionen in digitale Technologien** (McKinsey & Company, 2017, zitiert in Friess et al., 2024). Das ist kein Randphänomen, das ist leider die Norm.

Warum? Weil oft unklar ist, wie Technologien wie AR in den komplexen Interaktionsprozessen des B2B-Vertriebs wertschöpfend wirken. Die Forschung ist fragmentiert, zu stark im [B2C-E-Commerce](https://visales.de/augmented-reality-im-ecommerce-ein-uberblick.html) verankert, und es fehlen standardisierte KPI-Rahmenwerke für den B2B-Vertrieb (Wieland et al., 2024; Royo-Vela & Serrano, 2021).

Das ist der Ausgangspunkt von Janas Arbeit: Sie will wissen, wie der Nutzen von AR im persönlichen B2B-Verkaufsgespräch in der Literatur bemessen wird. Nicht ob AR wirkt, sondern wie man es messen kann.

## AR-Erfolg im Vertrieb: Kennzahlen von Lead-Rate bis Sales Cycle

Jana strukturiert den Nutzen entlang zweier Dimensionen — *kundenseitig und verkäuferseitig* — und destilliert daraus drei Kategorien von Kennzahlen:

**Finanzkennzahlen:** EBITDA, Umsatzwachstum, Lead-Konvertierungsrate. Letztere ist besonders relevant: Welcher Anteil der Verkaufsgelegenheiten wurde durch AR tatsächlich zum Abschluss geführt? (Friess et al., 2024)

**Effizienzkennzahlen:** Reduktion von Reise- und Prototypenkosten, Verkürzung der Entscheidungszyklen (Sales Cycle Speed). Siemens hat das im Servicebereich gemessen: **AR-gestützte Remote-Assistance steigerte die First-Time-Fix-Rate deutlich**, weniger Reisetage, schnellere Problemlösungen, höhere Kundenzufriedenheit. (Riether et al., 2026)

**Kundenzentrierte Kennzahlen:** Wahrgenommene Visualisierungsqualität, Markenimage-Steigerung und am spannendsten: Neurometrics. Eye-Tracking, Herzfrequenzmessung, um Immersion und Engagement objektiv zu messen (Royo-Vela & Serrano, 2021). Das ist akademisch interessant, in der Vertriebspraxis aber noch weit weg.

Was fehlt: eine standardisierte, praxistaugliche Kennzahl, die im Vertriebsgespräch selbst erhoben werden kann. Jana benennt diese Lücke explizit. Ihr Fazit nennt dazu den von David Skiba geprägten Begriff [Time-to-Understanding](https://visales.de/2-minuten-statt-2-stunden-time-to-understanding-b2b-vertrieb.html), die Kennzahl, die wir mit der [gemeinsamen Studie von viSales und der RUB](https://visales.de/time-to-understanding-ruhr-universitaet-studie.html) entwickeln wollen.

## Task-Technology Fit: Wann AR den Vertrieb wirklich beschleunigt

Das ist Janas stärkster Befund, und der, der mich am meisten beschäftigt: AR wirkt nicht immer. Der positive Effekt auf den Unternehmenserfolg steigt mit der Angebotskomplexität. Bei hochgradig erklärungsbedürftigen Produkten rechtfertigt der Mehrwert die Implementierungskosten. Bei einfachen Standardprodukten kann AR als obsoletes Zusatzfeature wahrgenommen werden, das den Verkaufsprozess eher behindert als unterstützt. (Friess et al., 2024; Schachtsieck, 2022)

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<summary>Gegenthese</summary>

Das klingt logisch.

In der Praxis sehe ich das jedoch mit einer anderen Brille: Das 3D-Modell für eine einfache AR-Lösung kann in der Vertriebskommunikation für mehrere Anwendungsfälle genutzt werden: Rendering, Animation, Bedienungsanleitung und Co.

Stichwort [Spatial Sales Infrastructure](https://visales.de/spatial-sales-infrastructure.html).

Als Beispiel möchte ich unser Erstprojekt für die Firma [DeterTech nennen: 3D-Animationsvideo und AR aus einer Datenquelle](https://visales.de/fallbeispiel-detertech-wie-animationsvideo-ar-entscheidungen-im-vertrieb-vorbereiten.html). Oder unsere Arbeit für die Firma [Carl Hamm, bei der wir ebenfalls 3D & AR in einem Mix produzierten](https://visales.de/carl-hamm.html), quasi "Nebenbei".

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## AR im Maschinenbau-Vertrieb: Was in der Praxis zählt

In den letzten Jahren haben wir bei viSales AR-Lösungen für Kunden aus dem Maschinenbau, der Automatisierungstechnik und der Antriebstechnik entwickelt. Die Erfahrung bestätigt Janas Befund — aber mit einer Präzisierung, die in der Literatur noch zu kurz kommt.

**Es ist nicht nur die Komplexität des Produkts, die entscheidet. Es ist die Komplexität des Gesprächs.**

Ein Getriebe ist technisch komplex — aber wenn der Verkäufer mit dem Chefentwickler spricht, der das Ding seit zwanzig Jahren kennt, braucht keiner AR. Das Gespräch ist nicht komplex. Es fehlt kein "gemeinsames Bild".

AR wirkt dann, wenn im Gespräch ein Visualisierungsproblem existiert: Wenn der Einkäufer nicht das technische Vorwissen des Entwicklers hat. Wenn das Buying Center aus Technikern und Kaufleuten besteht, die dasselbe Produkt aus völlig verschiedenen Perspektiven bewerten müssen. Wenn der Geschäftsführer die Maschine noch nie in seiner Halle gesehen hat und sich vorstellen soll, wo sie stehen, wie groß sie ist, was sie mit seiner bestehenden Infrastruktur macht.

> „Augmented Reality fungiert als 'gemeinsame visuelle Sprache', die Missverständnisse zwischen Technikern und Einkäufern minimiert und die Konsensfindung beschleunigt."
>
> — Wieland et al. (2024), zitiert in Kopejkina (2026)

Bosch Rexroth macht genau das — schwere Industriemaschinen virtuell in der Kundenumgebung platzieren, bevor auch nur ein Angebot geschrieben wird. PERI projiziert Gerüstlösungen direkt in die digitale Bauplanung des Kunden.

Der zweite Kontingenzfaktor, den Jana stark macht: die Kaufphase. **Pre-Purchase (Evaluation) und Post-Purchase (Service) sind die Phasen, in denen AR den größten Unterschied macht.** In der Verhandlungsphase fällt der Nutzen deutlich ab. (Riether et al., 2026)

Das erleben wir genauso: In der Verhandlung braucht keiner mehr AR, da braucht man Zahlen, Liefertermine, Vertragskonditionen. Die Visualisierung hat ihren Job in der Evaluation erledigt.

Der dritte Faktor ist der, der in der Praxis am häufigsten scheitert: Adoptionsbereitschaft. Nicht des Kunden — des eigenen Vertriebs. AR kann noch so gut sein: Wenn der Außendienst das Tool nicht einsetzt, weil es zu komplex, zu fehleranfällig oder einfach ungewohnt ist, hilft die beste Technologie nichts. Jana zitiert dazu Schachtsieck (2022): **Ohne interne Schulung und Abbau von Berührungsängsten bleibt AR ungenutztes Potenzial**.

Genau deshalb bauen wir AR-Lösungen so, dass der Verkäufer nicht Techniker sein muss. Beispiel SIEMENS: [WebAR läuft auf dem iPhone, kein App-Download, kein Setup im Kundengespräch](https://visales.de/augmented_reality-data-driven-x-siemens-fallbeispiel.html). Das ist kein Zufall, das ist unsere Default-Designentscheidung, die direkt aus dieser Erkenntnis folgt.

> „Anstatt Fakten statisch zu präsentieren, können Verkäufer Visionen greifbar machen, indem sie den Kunden virtuell durch die Geschichte des Produktes führen und diese emotional erlebbar machen."
>
> — Riether et al. (2026), zitiert in Kopejkina (2026)

## Information Overload im Verkaufsgespräch: Weniger AR ist mehr

Jana bringt noch einen Befund, der in der Praxis zu wenig Beachtung bekommt: Information Overload. Wenn die AR-Anwendung zu komplex ist — *zu viele Funktionen, zu viele Optionen, zu viele Daten gleichzeitig* — sinkt die Entscheidungssicherheit des Kunden, paradoxerweise. (Hoffmann & Mai, 2022)

Ein Produktkonfigurator, der dem Kunden 200 Varianten zeigt, hilft ihm nicht beim Entscheiden — er überfordert ihn. *Daher gibt es z.B. unseren* [*USDconfig*](https://visales.de/usdconfig-demo.html) *auch in einem Wizard-Modus, der Schritt für Schritt durch die Produktauswahl führt.* AR ist kein Allheilmittel für Komplexität. Es ist ein Werkzeug, das selbst komplex eingesetzt werden muss: gezielt, auf den Punkt, im richtigen Moment des Gesprächs.

Der optimale Grad an technologischer Komplexität ist das Ziel — nicht das Maximum.

> „Korrekt eingesetzt, macht Augmented Reality innovative B2B-Angebote für den Kunden nicht nur sichtbar, sondern im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar und damit verkaufbar."
>
> — Jana Kopejkina, Hausarbeit RUB, Mai 2026

## Danke, Jana

Ich freue mich, dass [Jana Kopejkina](https://www.linkedin.com/in/jana-kopejkina-982552363/) Teil dieser Forschungsgruppe ist. Ihre Arbeit hat einen anderen Fokus als Linas technischer Überblick und genau deshalb ergänzen sich die beiden Hausarbeiten so gut. Lina erklärt, was AR ist und wie es technisch einzuordnen ist. Jana erklärt, wann es wirkt und wie man den Nutzen misst.

Beides zusammen ist der halbe Literaturrahmen, auf dem wir aufbauen.
Inzwischen sind die weiteren Berichte erschienen: [David Wichtmann hat B2C-Kaufmetriken auf den B2B-Kontext übertragen](https://visales.de/kaufentscheidung-metriken-b2c-b2b-wichtmann-rub.html) und [Donia Salih hat Verhaltensmuster und Entscheidungssicherheit analysiert](https://visales.de/ar-b2b-kaufprozess-verhaltensmuster-entscheidungssicherheit-salih-rub.html).

Weitere [Studien-Beiträge](https://visales.de/tag/studien.html) & mehr zu [Augmented Reality im B2B-Vertrieb](https://visales.de/tag/augmented-reality.html).

Alle Ergebnisse der Forschung: → [Time-to-Understanding Studie](/ttu-studie-ruhr-universitaet-bochum.html)

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## Nächster Schritt

Ihr Vertrieb erklärt komplexe Produkte — aber Entscheider brauchen mehrere Runden bis zur Kaufentscheidung?

AR wirkt als Präzisionsinstrument: in der Pre-Purchase-Phase, bei erklärungsintensiven Produkten, in heterogenen Buying Centern. Wir zeigen Ihnen, ob und wie das auf Ihren Vertriebsprozess zutrifft.

**Seit 2010 für Maschinenbau und Industrie umgesetzt.**

<p><a href="/kontakt.html" class="gh-button vs-footer-cta">Kostenloses Erstgespräch anfragen</a></p>
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<summary>Quellenhinweise</summary>

- Towards a Framework for Augmented and Virtual Reality. **Computers in Human Behavior**, 133, 107289.
- Friess, M., Haumann, T., Alavi, S., Oproiescu, A., Schmitz, C. & Wieseke, J. (2024). **The contingent effects of innovative digital sales technologies on B2B firms' financial performance.** International Journal of Research in Marketing.
- Hoffmann, S. & Mai, R. (2022). Consumer behavior in augmented shopping reality. **Frontiers in Virtual Reality.**
- Milgram, P. & Kishino, F. (1994). A Taxonomy of Mixed Reality Visual Displays. **IEICE Transactions on Information Systems,** 1321–1329.
- Riether, J., Ruhnau, R.-C.M. & Homburg, C. (2026). Extended reality in B2B sales interactions. **Journal of Personal Selling & Sales Management,** 7–25.
- Royo-Vela, M. & Serrano, M.V. (2021). Value co-creation process and measurement in 4.0 SMEs. **Administrative Sciences.**
- Schachtsieck, D. (2022). Battle of Realities. **Junior Management Science,** 1361–1374.
- Wieland, D.A.C., Ivens, B.S., Kutschma, E. & Rauschnabel, P.A. (2024). Augmented and virtual reality in managing B2B customer experiences. **Industrial Marketing Management,** 193–205.
- Kopejkina, J.E. (2026). **Augmented Reality im B2B-Verkaufsgespräch: Eine systematische Literaturrecherche zur Bemessung des Nutzens.** Hausarbeit, Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl ISSE, Projektseminar SS 2026.

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